Letztes Update am Di, 23.08.2016 11:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO rechnet mit Massenflucht bei Armee-Offensive gegen Mosul



Mosul (Mossul)/Genf (APA/dpa) - Die Vereinten Nationen rechnen bei der erwarteten Offensive gegen die IS-Hochburg Mosul (Mossul) mit einer Massenflucht aus der zweitgrößten Stadt des Irak. Bis zu 1,2 Millionen Menschen könnten von humanitären Folgen der zu erwartenden Kämpfe zwischen der Armee und der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) betroffen sein, warnte das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) am Dienstag in Genf.

„Unter enorm schwierigen Bedingungen tun wir, was wir können, um im Irak weitere Lager zur Unterbringung von Flüchtlingen zu errichten und deren Not zu lindern“, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Die UNO-Organisation benötige dafür zusätzliche Grundstücke und mehr finanzielle Mittel. Die Millionenstadt Mosul ist nach der Eroberung von Falluja durch die Armee die letzte große IS-Bastion im Irak.

Insgesamt sind laut UNHCR wegen jahrelanger Kämpfe im Irak 3,38 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen - unter ihnen viele Familien, die mehrfach vertrieben wurden. Der Irak sei derzeit das Land mit der weltweit schlimmsten humanitären Lage von Vertriebenen. Angesichts des erwarteten Flüchtlingsstroms aus Mosul appellierte das UNHCR an die Kampfparteien, Rücksicht auf fliehende Menschen zu nehmen. „Es muss alles getan werden, um die Sicherheit und die Würde der Betroffenen zu gewährleisten“, erklärte die Organisation.

~ WEB http://www.unhcr.org ~ APA214 2016-08-23/11:53




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