Letztes Update am Di, 23.08.2016 12:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zypern-Gespräche gehen in entscheidende Phase



Nikosia (APA/dpa) - Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns gehen in eine entscheidende Phase. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag aus Regierungskreisen in Nikosia erfuhr, wollen der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades und der türkisch-zypriotische Volksgruppenführer Mustafa Akinci bis 14. September mehrmals zusammentreffen und dabei auch Schlüsselthemen erörtern.

Die Gespräche sollen demnach teilweise auch unter vier Augen stattfinden. Zypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Als Lösung ist ein föderativer Staat mit zwei Teilstaaten im Gespräch, einem türkisch-zypriotischen im Norden und einem griechisch-zypriotischen im Süden.

Besonders strittig ist bei den Verhandlungen beispielsweise, wer die Garantiemächte eines föderativen Zyperns sein werden. Die türkische Regierung sowie die meisten türkischen Zyprioten wünschen sich, dass die Türkei eine Garantiemacht wird und eigene Streitkräfte auf der Insel unterhalten darf. Das lehnt die griechisch-zypriotische Seite ab.

Außerdem geht es um den Besitz, den griechisch- und türkisch-zypriotische Bürger im jeweils anderen künftigen Teilstaat haben. Ein weiteres Kernproblem ist der künftige Status Zehntausender Siedler, die aus der Türkei gekommen sind und sich in Nordzypern niedergelassen haben.

Sollte bei diesen Gesprächen eine Annäherung erzielt werden, könnten die beiden zypriotischen Spitzenpolitiker mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, zu einer entscheidenden Verhandlung zusammentreffen, berichtete die zypriotische Zeitung „Alitheia“.




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