Letztes Update am Di, 23.08.2016 13:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Offensive auf irakische Stadt Qayyarah nahe Mosul gestartet



Kirkuk/Mosul (Mossul) (APA/AFP) - Irakische Spezialkräfte haben eine Offensive auf die Stadt Qayyarah (Kajjarah) gestartet, um die Ortschaft als Angriffsbasis für die Rückeroberung der Jihadistenhochburg Mosul (Mossul) nutzen zu können. Seit dem Morgengrauen laufe der Angriff auf die nordirakische Stadt, die von der Miliz „Islamischer Staat“ (IS) beherrscht wird, sagte Brigadegeneral Firas Bachar am Dienstag der AFP.

An der Offensive seien Anti-Terror-Einheiten und die Armee beteiligt, fügte der Militärsprecher hinzu. Unterstützung bekamen die Iraker demnach von der US-geführten Militärkoalition, die im Irak gegen den IS vorgeht. Ein Sprecher der Anti-Terror-Einheiten sagte, der Einsatz verlaufe gut und erreiche seine Ziele.

Qayyarah werde vollständig von den Jihadisten befreit werden, was den Plänen zum „finalen Kampf zur Befreiung von Mosul“ Auftrieb gebe. Die Einsatzkräfte arbeiteten auch mit bewaffneten Einwohnern der Stadt zusammen.

Qayyarah liegt rund 60 Kilometer südlich von Mosul, der Hochburg der IS-Jihadisten im Irak. Es ist das erklärte Ziel der irakischen Streitkräfte, Mosul in den kommenden Wochen oder Monaten vom IS zu befreien. In Qayyarah werden etwa 15.000 Zivilisten vermutet, die unter der IS-Herrschaft leben müssen.

Der Bürgermeister des Bezirks Qayyarah sagte, es gebe Pläne, die Menschen, die noch in der Stadt ausharren, mit Nahrungsmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die Hilfen würden verteilt, sobald die Stadt befreit sei, sagte Saleh al-Joubouri. Seinen Angaben zufolge machte die Offensive auf Qayyarah rasche Fortschritte. Schon Stunden nach deren Beginn hätten die Einsatzkräfte wichtige Posten besetzt und IS-Kämpfer getötet oder zur Flucht gezwungen.

Mosul ist die letzte große Stadt im Irak, die noch in der Hand des IS ist. Die Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt stellt die Streitkräfte aber vor eine große Herausforderung. Die Jihadisten hatten Mosul im Sommer 2014 zusammen mit großen Gebieten im Norden und Westen des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) stellt sich bereits auf eine massive Fluchtbewegung aus Mosul ein. Die UNO wisse zwar nicht genau, wie viele Menschen derzeit dort lebten, es könnten aber „bis zu 1,2 Millionen Menschen betroffen sein“, die aus Mosul in alle Richtungen fliehen, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards am Dienstag in Genf. Das UNHCR werde alles tun, um neue Camps zu bauen, sei dafür aber auf Gelder und freie Gebiete angewiesen.




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