Letztes Update am Di, 23.08.2016 13:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Hasenhüttl richtiger Trainer für Leipzig - „Extrem positiv“



Leipzig (APA) - Ralph Hasenhüttl ist neben Kölns Peter Stöger der zweite österreichische Trainer in der deutschen Fußball-Bundesliga. Der steirische Neo-Coach von RB Leipzig wird aber im Nachbarland kaum mehr als „Ösi“ gesehen. „Er hat einen österreichischen Pass, war aber noch nie in Österreich tätig. Wir sehen und nehmen ihn mehr als deutschen Trainer“, sagte Leipzigs Sportdirektor und Ex-Coach Ralf Rangnick.

Das ist durchaus berechtigt, schon seit 2007 ist der Steirer in Deutschland als Trainer aktiv, arbeitete sich stetig nach oben. Nach Unterhaching (2007-2010), Aalen (2011-2013) und Ingolstadt (2013-2016) entschied er sich nun für den Wechsel zu Leipzig. Wohnhaft in Deutschland ist Hasenhüttl schon viel länger, hatte er doch schon während seiner aktiven Karriere ab 1998 dort für Köln (1998-2000), Greuther Fürth (2000-2002) sowie Bayerns Zweierteam (2002-2004) gespielt.

„Er hat von beiden Ländern das Positive aufgesogen. Er hat absolut die deutsche Mentalität drinnen, das positive deutsche Winner-Gen hat er absolut verinnerlicht. Aus Österreich hat er vielleicht die Gelassenheit, auch wenn es einmal nicht so läuft, fängt er auf der Bank nicht an durchzudrehen“, analysierte ÖFB-Teamspieler Stefan Ilsanker.

Das kam ihm auch bei der Verpflichtung zu Gute. „Er ist jemand, der eher das Positive an einer Situation sieht und nicht beklagt, warum jenes so oder so ist. Er wirkt auf mich extrem positiv, optimistisch, das ist eine ganz wichtige Charaktereigenschaft von Trainern in der heutigen Zeit“, erklärte Rangnick. Zudem seien seine Leadership-Eigenschaften klasse.

Hasenhüttl hatte der 58-jährige Deutsche schon sehr lange auf dem Radar. „Wir haben jetzt den Trainer bekommen, den ich seit zwei Jahren versucht habe, von Leipzig zu überzeugen“, verriet Leipzigs Sportchef. Hasenhüttls gute Arbeit in Ingolstadt ist also nicht verborgen geblieben, bei seinem neuen Club kann er gut daran anknüpfen. „Seine Idee von Fußball hat mit der unseren sehr viel gemeinsam. Hohes Pressing, frühzeitig den Gegner zu Fehlern zwingen wollen, schnelles Umschaltspiel - von daher denke ich haben die zwei Richtigen zusammengefunden“, sagte Rangnick.

Hasenhüttl arbeitet akribisch, ist als Trainer voll fokussiert, nimmt seine Ziele genau ins Auge, geht unbeirrt seinen Weg. „Man merkt, dass er uns weiterbringen will, aber auch selber noch große Ziele hat“, so Ilsanker. Außer, dass der Salzburger nun mit seinem Trainer auf „österreichisch“ kommunizieren kann, habe sich beim Club nicht allzu viel verändert. „Jeder Trainer hat seine eigenen Ideen und Vorstellungen. Die hat er eingebracht und die lassen sich auch mit der Spielidee, die wir haben, gut verbinden. Von dem her ist es gut, dass man zu einem schon funktionierenden Team noch einmal neue Inputs dazubekommt.“

Hasenhüttl hat seinen eigenen Stil. „Ich versuche, respektvoll mit den Jungs umzugehen, ihnen Verantwortung zu übertragen. Sie bekommen von mir und dem Trainerteam eine Atmosphäre vorgesetzt, in der man sich gut entwickeln kann und auch Fehler machen darf, wenn man das Gefühl hat, sie lernen daraus“, schilderte der achtfache ÖFB-Teamstürmer. Der Spaß dürfe allgemein nicht zu kurz kommen. „Spaß und Erfolg darf man nicht als Gegensätze sehen“, betonte der seit 9. August 49-Jährige.

Bei Ingolstadt hat seine Art zum Erfolg geführt, selbst sieht er sich gereift. „Ich bin heute ein besserer Trainer als vor einem Jahr“, so Hasenhüttl. Im vergangenen Jahr prägte er den Spruch: „Wir werden kein Spiel verlieren, entweder wir gewinnen oder wir lernen“. Das passe nun auch für seine Leipzig-Mannschaft. „Wir haben Spieler, die hungrig und lernwillig sind. Das ist mir wichtiger als Bundesligaerfahrung. Wir versuchen, etwas zu formen, das auf Sicht sehr schnell ein hohes Niveau erreichen kann.“ Die erste Liga-Prüfung wartet am Sonntag bei Hoffenheim.




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