Letztes Update am Di, 23.08.2016 15:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die Affäre um Hillary Clintons E-Mails - Worum geht es?



Washington (APA/dpa) - Die Affäre um E-Mails aus ihrer Zeit als US-Außenministerin (2009-2013) nagt seit Monaten an Hillary Clintons Kandidatur für die amerikanische Präsidentschaft. Worum geht es dabei?

Anders als vorgeschrieben hatte Clinton ihre dienstliche Korrespondenz über einen privaten Server abgewickelt. Dafür wurde und wird sie anhaltend kritisiert. Im Dezember 2014 übergab sie rund 30.000 E-Mails an das State Department und an das FBI. Diese wurden Stück für Stück komplett veröffentlicht.

Allerdings entschied sich Clinton auch, 31.000 weitere E-Mails zu löschen - ihrer Ansicht nach waren sie privat. Sie gab an, darin gehe es etwa um die Hochzeitspläne ihrer Tochter Chelsea, die Beerdigung ihrer Mutter, ihr Yogaprogramm oder den Familienurlaub.

Bis heute gibt es bohrende Zweifel, ob Clinton Informationen verschwinden ließ, die ihre politische Kompetenz infrage stellen könnten.

Das FBI hat untersucht, ob Clinton über ihren Server und mehrere Geräte auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing. Die Bundespolizei empfahl schließlich im Sommer 2016, auf eine Anklage zu verzichten. Sie verband das aber mit sehr harscher Kritik an Clintons Vorgehensweise. Ihre Vertrauten und sie selbst hätten damals extrem sorglos gehandelt. Möglicherweise seien Feinde der USA in Clintons persönliches E-Mail-Konto eingedrungen.

Mit dem Anklageverzicht schien für Clinton die größte Bedrohung der Affäre beigelegt. Allerdings nahm kurz danach das US-Außenministerium interne Ermittlungen zum Umgang Clintons mit vertraulichen Informationen wieder auf, bevor nun die Existenz einer weitere Welle bisher unbekannter Mails sowie veröffentlichter Schriftverkehr mit ihrer Stiftung an die Öffentlichkeit gelangten.




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