Letztes Update am Di, 23.08.2016 15:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreichs Sozialisten hoffen auf Zugewinn durch Sarkozy-Kandidatur



Paris (APA/AFP) - Frankreichs Premierminister Manuel Valls hofft, dass seine Sozialisten von der angekündigten Präsidentschaftskandidatur des konservativen Ex-Staatschefs Nicolas Sarkozy profitieren könnten. Sarkozy stehe für eine „harte und populistische Rechte“, sagte Valls in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Magazin „L‘Express“. Das sei es aber nicht, was die Franzosen wollten.

Bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Frühjahr werde der Kandidat Gehör finden, dessen Programm für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, die Verteidigung der Freiheitsrechte und den Kampf gegen Diskriminierungen stehe, sagte Valls. „Das ist nicht das Projekt der Rechtsextremen oder von Nicolas Sarkozy. Ich bleibe deswegen überzeugt, dass die Linke die Präsidentschaftswahlen gewinnen kann.“

Sarkozy hatte am Montag bekanntgegeben, dass er bei den Präsidentschaftswahlen im April und Mai 2017 antreten will. Zuvor muss sich der 61-Jährige, der zwischen 2007 und 2012 an der Staatsspitze stand, noch den Vorwahlen des konservativ-bürgerlichen Lagers im November stellen.

Bei Sarkozy deutet sich nach den islamistischen Anschlägen des Sommers ein Wahlkampf an, dessen Schwerpunkt auf Themen wie Sicherheit, Einwanderung und dem Verhältnis zum Islam liegt. Der Ex-Präsident zielt mit scharfen Forderungen auch auf Wählerstimmen vom rechten Rand ab. Sein wichtigster innerparteilicher Rivale, Ex-Regierungschef Alain Juppe, vertritt moderatere Ansichten und ist bei vielen Franzosen deswegen beliebter als Sarkozy.

Mit seinen Äußerungen brachte Valls am Dienstag zum Ausdruck, worauf viele Sozialisten setzen: Dass Sarkozy, sollte er Kandidat werden, bei den meisten Franzosen auf Ablehnung stoßen wird - und dass davon Amtsinhaber François Hollande profitieren könnte, sollte er 2017 für eine Wiederwahl antreten.

Allerdings sagen alle Umfragen seit Monaten voraus, dass Hollande im ersten Wahlgang ausscheiden würde. In der Stichwahl käme es demnach zu einem Duell zwischen dem konservativen Kandidaten und der Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen.

Hollande ist angesichts von schwachem Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit so unbeliebt wie kein anderer Präsident vor ihm in Frankreichs jüngerer Geschichte. Er will erst zum Jahresende bekanntgeben, ob er 2017 noch einmal antritt.




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