Letztes Update am Mi, 24.08.2016 07:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in Mittelitalien: Acht Tote und Dutzende Verletzte



Rom (APA) - Bei einem schweren Erdbeben in Mittelitalien sind in der Nacht auf Mittwoch mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere Personen wurden verletzt. Die Erdstöße, deren Epizentrum nahe der Ortschaft Norcia in der Provinz Perugia lag, erreichten eine Stärke von 6,2, wie das US-Erdbebenzentrum USGS mitteilte.

Nach Angaben des Staatsfernsehens RAI wurden die Toten in der kleinen Berggemeinde Arquata del Tronto in der mittelitalienischen Region Marken sowie in der Ortschaft Accumuli und in Amatrice in der Region Latium gemeldet. Zu den Opfern zähle eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die unter den Trümmern ums Leben gekommen sei, sagte der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Accumuli dem Sender RaiNews24.

Das Erdbeben hatte die gesamte Region zwischen Umbrien, Latium und den Marken erschüttert. In der rund 150 Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Rom war es deutlich zu spüren. Viele Bewohner wurden aus dem Schlaf gerissen. Es folgten mehrere kräftige Nachbeben.

Die ganze Gemeinde Arquata in der Region Marken wurde aus Sicherheitsgründen evakuiert. Hier kam ein Ehepaar unter den Trümmern seines Hauses ums Leben. Besonders betroffen war auch eine Urlaubsortschaft im Appenin, Amatrice, 140 Kilometer nordöstlich von Rom. Die Patienten des Krankenhauses von Amatrice mussten die Anlage verlassen. Auch in anderen Orten der Region wurden am Mittwoch beschädigte Krankenhäuser und Seniorenheime geräumt.

Die Gemeinde Amatrice ist isoliert, da Geröll die Straßen zur Kleinstadt blockierte. Eine Brücke, die nach Amatrice führt, stürzte teilweise ein, was die Rettungsarbeiten erheblich erschwerte. „Amatrice existiert nicht, die Gemeinde ist eine Stadt in Trümmern“, sagte Bürgermeister Sergio Pirozzi. Die Regierung Renzi entsendete Soldaten, um Hilfe zu leisten.

Eine Angstnacht erlebte auch die umbrische Kleinstadt Norcia, Geburtsort des Heiligen Benedikt. Schäden wurden in der Kathedrale gemeldet. Die vielen Touristen, die sich in der Ortschaft befinden, strömten in Panik auf die Straßen.

Das Epizentrum lag in einer Tiefe von vier Kilometer. Nach dem ersten Erdbeben um 3.36 Uhr kam es zu einem stärkeren Nachbeben gegen 4.45 Uhr. Experten warnten vor weiteren Nachbeben. Die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden verbrachte die Nacht im Freien aus Angst vor weiteren Einstürzen. Ein weiteres Nachbeben wurde gegen 6.00 Uhr in Arquata gemeldet.




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