Letztes Update am Mi, 24.08.2016 08:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mitbegründer von Wiens moderner Skyline: Heinz Neumann wird 75



Wien (APA) - Er hat die neue Wiener Skyline durch den UNIQA-Tower und als Ausführungsplaner von Jean Nouvels Sofitel-Hochhaus entscheidend mitgeprägt, war an der „BahnhofCity Wien West“ ebenso beteiligt wie an der Überbauung von Wien-Mitte: Architekt Heinz Neumann hat in der Bundeshauptstadt visuelle Duftmarken hinterlassen. Am Dienstag (30. August) feiert er nun 75. Geburtstag.

Obgleich er mit seinen Arbeiten einer der zentralen Architekten des Wiens der vergangenen Jahrzehnte wurde, zählt Neumann selbst nicht zur Liga der Stararchitekten, was nicht zuletzt an seiner Arbeitsauffassung liegen dürfte, die er auf der Homepage seines Büros „Neumann & Partner“ ausformuliert: „Meine persönliche Meinung ist, dass der Architekt kein Credo zu verbreiten hat, denn ich glaube nicht daran, dass nur eckig, nur rund, nur schief etwas Wesentliches für gute Architektur ist.“

Entsprechend vielfältig präsentiert sich das Oeuvre des Architekten, das sich von modernen Meisterwerken wie dem 2004 eröffnete UNIQA-Tower am Donaukanal über die Adaption des Westbahnhofs bis zum Umbau der einstigen Länderbank am Hof (2012) zieht. Seine Projekte erstrecken sich vom Möbeldesign bis zu Großbauten wie dem oberösterreichischen Landesdienstleistungszentrum (gemeinsam mit Eric Steiner und Wolfgang Kaufmann) oder Hochhäusern wie dem „Saturn Tower“ (mit Hans Hollein) oder dem „Ares Tower“ in der Donau-City, für deren Masterplan er mitverantwortlich zeichnete.

Dabei stellte sich Neumann nie selbst in die Auslage. „Ich glaube, dass Architektur nur durch interdisziplinäre Arbeit in einem Team zu meistern ist. Wir bauen heutzutage Prototypen, und zwar Hightech-Gebilde“, so das Selbstverständnis des Architekten. Das Handwerk für diese Disziplin hat der am 30. August 1941 geborene Wiener von der Pike auf gelernt, studierte er doch von 1960 bis 1967 an der TU Wien Architektur. Er arbeitete unter anderem bei den finnischen Architekten Alvar Aalto und Erko Virkkunen, dem Schweizer Jean Serrex oder dem Österreicher Karl Schwanzer und leitete von 1969 bis 1970 die Abteilung Bau- und Betriebsorganisation der Wiener Ford-Werke. 1973 schließlich begann Neumann, als freischaffender Architekt zu arbeiten.

Dabei soll Architektur immer den Wissensstand der Zeit widerspiegeln, was mittlerweile bedeutet, auch ressourcenschonend zu planen. Und das gilt nicht nur für diejenigen Gebäude, die Neumann für seine Auftraggeber errichtet. „Wir kaufen kein Segelboot, wir ziehen lieber unser eigenes Gemüse“, berichtete Neumann einst im Wirtschaftsmagazin „Trend“ über sein Haus samt Grund an den Hängen des Kahlenbergs.

Sein Engagement für das moderne Antlitz Wiens blieb nicht unbedankt, erhielt der Architekt doch im Vorjahr das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Auch der Adolf-Loos-Architekturpreis für Bürobauten (1993), der Otto-Wagner-Städtebaupreis (1995) und der Bauherrenpreis für den UNIQA-Tower (2006) finden sich im Trophäenschrank.

(S E R V I C E - www.neumannundpartner.com)




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