Letztes Update am Mi, 24.08.2016 08:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SBO setzt weitere Sparmaßnahmen wegen geringer Ölbranche-Investments



Wien/Ternitz (APA) - Der börsennotierte Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) leidet weiterhin unter den ölpreisbedingt geringen Investitionen der Ölbranche. Dadurch sinken Aufträge und Umsätze bei SBO. Der Verlust des Unternehmens, das weitere Sparmaßnahmen setzt, erhöht sich im Halbjahr jedoch nur mehr auf 16,9 Mio. Euro, nach bereits 15 Mio. Euro Minus im ersten Quartal.

Der Umsatz halbierte sich bis Juni auf 88,0 Mio. Euro, um 52,9 Prozent weniger. Der Auftragseingang sank um 28,4 Prozent auf 75,0 Mio. Euro, und der Auftragsstand lag zum 30.6. bei 21,1 Mio. Euro, nach 34,3 Mio. Euro Ende 2015 bzw. 60,9 Mio. Euro Mitte 2015, teilte SBO am Mittwoch mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) drehte im Jahresabstand von positiven 45,1 Mio. Euro auf negative 5,7 Mio. Euro, nachdem heuer auch im ersten Quartal schon ein kleines Minus stand. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten lag bei minus 28,9 Mio. Euro; das berichtete EBIT sackte auf minus 36,2 Mio. nach positiven 19,3 Mio. Euro ab.

Als Antwort auf das schwierige Marktumfeld setzt SBO seine Kostenreduktionsmaßnahmen fort. So wurden die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen (CAPEX) im Halbjahr um 54,0 Prozent auf 5,9 (12,9) Mio. Euro zurückgefahren, ausgenommen davon blieb der Bereich F&E. Zudem werden die Betriebe in Singapur restrukturiert: Zu Ende des zweiten Quartals wurde beschlossen, die beiden Töchter dort miteinander zu verschmelzen, das soll nachhaltige Kostenvorteile bringen.

Auch das Personal bleibt nicht verschont: Die Kurzarbeit am Standort Ternitz in NÖ wurde bis 31. Jänner 2017 verlängert, der Personalstand von SBO lag Ende Juni bei 1.183, ohne die in Texas zugekaufte Downhole Technology waren es 1.028 (nach 1.135 Ende 2015 und 1.279 Mitte 2015). „Dies entspricht einer Reduktion seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 von mehr als 40 Prozent“, so SBO. Ende 2014 hatte der Ölfeldausrüster noch 1.720 Mitarbeiter gezählt.

Die gesamte Oilfield-Service-Industrie sei als Folge der niedrigen Ölpreise und der am Markt verfügbaren hohen Rohöl-Mengen von erheblichen Investitionskürzungen betroffen. Aufgrund des hohen Cash-Bestands, ihrer geringen Nettoverschuldung und der hohen Eigenkapitalquote sei SBO „auch für eine längere Durststrecke gerüstet“, wird im Ausblick betont.

SBO besitze eine „kerngesunde Bilanzstruktur“, auch nach der Downhole-Technology-Akquisition für 103 Mio. Dollar habe SBO zum 30.6. über eine solide Eigenkapitalquote von 54,7 Prozent verfügt, nach 60,8 Prozent Ende 2015. Die liquiden Mittel seien bei 137,9 (196,3) Mio. Euro gelegen, die Nettoverschuldung bei 59,7 Mio. Euro (nach 26,2 Mio. Euro Nettoliquidität Ende 2015). Man verbessere die Kostenbasis und investiere gezielt in Wachstum. Die Kapazitäten würden weiter an die Marktlage angepasst. Die Strategie, neue Märkte für Produkte im Segment Oilfield Equipment zu erschließen, werde fortgesetzt.

~ ISIN AT0000946652 WEB http://www.sbo.co.at ~ APA066 2016-08-24/08:42




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