Letztes Update am Mi, 24.08.2016 10:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Getötete Tiroler Pensionistin: Prozess gegen Vater und Sohn 1



Innsbruck (APA) - Ein 61-jähriger Tiroler und dessen Sohn haben sich am Mittwoch am Landesgericht Innsbruck im Fall einer 2007 getöteten Pensionistin wegen Mordes verantworten müssen. Sowohl die DNA des Vaters, als auch die des Sohnes seien laut Staatsanwältin Adelheid Steiner in der Wohnung und im Auto des Opfers gefunden worden. Der 61-Jährige bekannte sich vor Richter Josef Geisler nicht schuldig.

Die 68-jährige Pensionistin war in ihrer Wohnung mit einem Polster erstickt worden. Die Ermittler der Spurensicherung des LKA stellten damals an die 90 DNA-Fragmente in der Wohnung und im Auto der Pensionistin sicher. „Die Spuren lieferten jedoch zunächst keinen Treffer“, erklärte Steiner in ihrem Eröffnungsplädoyer die Geschichte des Falls. Erst nachdem der Erstangeklagte gemeinsam mit seinem Sohn 2014 einen Geldtransporter überfallen hatte und deswegen festgenommen worden war, habe man den beiden einige der gefundenen Spuren zuordnen können.

„Von beiden Angeklagten wurden Schuhabdrücke im Schlafzimmer des Opfers gefunden“, sagte die Staatsanwältin. Außerdem habe man Fingerabdrücke des 61-Jährigen am Waschbecken sicher gestellt. „Wenn man die Puzzleteile zusammensetzt, ergibt sich für mich ein klares Bild“, meinte Steiner. Der 61-Jährige erklärte sich die Spuren durch Handwerksarbeiten, die er in der Wohnung des Opfers durchgeführt hatte. „Ich war sicher vier oder fünf Mal in ihrer Wohnung, um etwas zu reparieren“, so der Beschuldigte. Sein Sohn habe ihm dabei geholfen.

Verteidiger Markus Abwerzger meinte indes in seinem Eröffnungsplädoyer, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklage eine Geschichte ohne „Tatsachensubstrat“ konstruiere. „Der Sachverhalt, wie ihn die Staatsanwältin geschildert hat, ist erfunden. Es gibt keinerlei Beweise dafür“, sagte Abwerzger in Richtung der Geschworenen. Alle von den beiden Angeklagten gefundenen Spuren würden sich durch ganz normale Handwerkstätigkeiten erklären lassen. Der Prozess war für zwei Tage anberaumt. Ein Urteil wurde für Donnerstag erwartet.




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