Letztes Update am Mi, 24.08.2016 13:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Französischer Rüstungskonzern offenbar Opfer von großem Datenleck



Sydney (APA/AFP) - Der französische Kriegsschiff- und U-Boot-Bauer DCNS ist offenbar Opfer eines großen Datenlecks geworden. Die australische Zeitung „The Australien“ berichtete am Mittwoch, Einsicht in 22.400 Seiten interner Dokumente über von DCNS gebaute U-Boote der Scorpene-Klasse erhalten zu haben.

Darin soll es unter anderem um Waffen-, Kommunikations- und Navigationssysteme der für Indien entworfenen U-Boote gehen. Auch Malaysia und Chile haben Scorpene-U-Boot gekauft.

DCNS bestätigte den australischen Medienbericht indirekt: „Die nationalen Sicherheitsbehörden führen tiefgehende Ermittlungen über diese Angelegenheit.“ Die Ermittlungen würden ergeben, welche Dokumente genau entwendet worden seien, welchen Schaden das Datenleck angerichtet habe und wer dafür die Verantwortung trage.

Laut „The Australien“ wurden die Dokumente möglicherweise 2011 von einem früheren französischen Marineoffizier entwendet, der als Subunternehmer für DCNS arbeitete. Die Dokumente seien zunächst vermutlich an Firmen in Südostasien gelangt und dann an ein Unternehmen in Australien geschickt worden.

Das Datenleck sorgte in Australien für große Aufregung: Das Land hatte DCNS im April den Zuschlag für den Bau seiner neuen U-Boot-Flotte gegeben. Der französische Konzern setzte sich damit gegen seinen deutschen Konkurrenten ThyssenKrupp durch.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull versicherte am Mittwoch aber, das Datenleck betreffe nicht dieses Rüstungsprojekt. Die für Indien gebauten Scorpene-U-Boote seien „komplett“ verschieden von jenen der Barracuda-Klasse, die für Australien gefertigt würden. Die Waffensysteme der künftigen australischen U-Boote stammen zudem aus den USA.




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