Letztes Update am Mi, 24.08.2016 14:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sarkozy: Berlin und Paris müssen Eurozone führen



Frankfurt (APA/dpa) - Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy strebt eine deutsch-französische Führung für die Eurozone an. Das gemeinsame Währungsgebiet mit 19 Ländern sollte eine „stabile Präsidentschaft“ und einen Generalsekretär haben - diese beiden Topposten müssten vorrangig mit einem Deutschen und einem Franzosen besetzt werden.

Das schreibt der frühere Staatspräsident in seinem am Mittwoch in Frankreich veröffentlichten Buch „Tout pour la France“ („Alles für Frankreich“).

Bisher wird die Eurozone von einem Finanzminister der Mitgliedsländer im Nebenjob geführt. Eurogruppenchef ist der Niederländer Jeroen Dijsselbloem, zuvor war es lange der Luxemburger Jean-Claude Juncker gewesen.

Sarkozy fordert weiter, den Internationalen Währungsfonds (IMF) von „inneren Angelegenheiten“ der Europäer auszuschließen, „vor allem wenn man das besondere Gewicht der Amerikaner in dieser Institution kennt“. Der Weltwährungsfonds war bei der Rettung von Euroländern vor der Staatspleite beteiligt - besonders umstritten war seine Hardliner-Rolle im krisengeschüttelten Griechenland gewesen. Berlin hatte sich stets und mit Nachdruck für die IWF-Beteiligung eingesetzt.

Sarkozy unterstreicht in seinem programmatischen Buch, dass Berlin und Paris zusammenarbeiten müssten: „In Europa gibt es keine Alternative zum deutsch-französischen Paar.“ Während seiner Amtszeit im Élyséepalast (2007 - 2012) hatte er mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eng kooperiert; in Brüssel sorgte „Merkozy“ allerdings für Kritik, vor allem bei kleineren EU-Partnern.

Nach einer aktuellen Umfrage, über die Pariser Medien berichteten, möchten fast acht von zehn Franzosen Sarkozy nicht mehr im Élysée sehen. Die Vorwahlen bei der bürgerlichen Rechten sind im November geplant, Sarkozy (61) liegt laut Umfragen hinter dem 71-jährigen innerparteilichen Konkurrenten und Ex-Premierminister Alain Juppé.

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