Letztes Update am Mi, 24.08.2016 17:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Ratingagentur Scope strebt Anerkennung durch die EZB an



London (APA/Reuters) - Die deutsche Ratingagentur Scope will in den Kreis der von der Europäischen Zentralbank (EZB) anerkannten Bonitätswächter vorstoßen. Mit der Bestätigung durch die Notenbank wäre die Berliner Firma die erste in Deutschland ansässige Ratingagentur, auf deren Bonitätseinstufungen die Euro-Wächter bei wichtigen geldpolitischen Entscheidungen zurückgreifen würden.

„Wir befinden uns in regelmäßigen Gesprächen mit der EZB“, sagte Firmenchef Torsten Hinrichs der Nachrichtenagentur Reuters. Scope sei zuversichtlich, den Anforderungen der EZB zu genügen. Das dürfte aber noch einige Zeit dauern. „Wir sind noch mehrere Jahre davon entfernt, alle strengen Kriterien zu erfüllen“, sagte Hinrichs, der vor seinem Wechsel vor zwei Jahren Deutschland-Chef des Branchenprimus S&P war.

Bei ihrem großangelegten Anleihenkaufprogramm akzeptiert die EZB beispielsweise nur Papiere, die von mindestens einer der anerkannten Ratingagenturen das Gütesiegel „Investment Grade“ haben. Bis jetzt schaut sie dabei lediglich auf die Bewertungen der großen Ratinghäuser Standard & Poor‘s (S&P), Moody‘s, Fitch und die deutlich kleinere Gesellschaft DBRS, die alle aus dem angelsächsischen Raum stammen.

Eine Sprecherin der EZB wollte sich zum Stand der Gespräche mit Scope nicht äußern. Für die EZB ist unter anderem wichtig, dass eine Agentur im Markt etabliert ist. Sie muss eine breit gefächerte Kreditexpertise bei Staatsanleihen, Pfandbriefen, Hypothekenpapieren sowie Firmenschuldtiteln über die Euro-Länder hinweg besitzen.

Scope hatte erst vor wenigen Wochen den deutschen Wettbewerber Feri EuroRating erworben, um so im Geschäft mit Länderratings Fuß zu fassen. Mit dem Industriegasekonzern Linde gewann die Gesellschaft zudem kürzlich den ersten Kunden im deutschen Leitindex Dax.

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