Letztes Update am Mi, 24.08.2016 18:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in Mittelitalien - Renzi besuchte Amatrice



Arquata del Tronto (APA) - Der italienische Regierungschef Matteo Renzi hat am Mittwochnachmittag die vom Erdbeben schwer getroffene Gemeinde Amatrice besucht. Renzi traf die Koordinatoren des Zivilschutzes und dankte den Rettungseinheiten für ihr Engagement. Renzi führte Gespräche mit Zivilschutzchef Fabrizio Curcio und versicherte, dass es bei der Versorgung der Bevölkerung zu keinen Engpässen kommen werde.

„Wir lassen niemanden alleine“, hatte Renzi zuvor in einer kurzen Erklärung in Rom betont. Es gehe nun vor allem darum, weitere Opfer aus den Trümmern zu retten. Als Soforthilfe stellte die Regierung 235 Millionen Euro bereit.

Infrastrukturminister Graziano Del Rio sprach von einer „sehr schwierigen Situation“. „Wir müssen hart arbeiten, um diese Notstandsphase zu bewältigen. Wir werden die Ressourcen auftreiben, um auch diese Erdbebenregion neu aufzubauen“, versicherte Delrio. Das Erdbebengebiet wurde auch von der Präsidentin der Abgeordnetenkammer Laura Boldrini besucht, die sich länger in Arquata del Tronto aufhielt. Hier wurden Dutzende Todesopfer beklagt.

„In dieser Ortschaft sind nur noch Trümmer geblieben. Es ist als wäre diese Kleinstadt bombardiert worden. Eine gespenstische Atmosphäre herrscht hier“, betonte Boldrini. Sie dankte den Bewohnern der Kleinstadt und den Rettungsteams für die unermüdliche Arbeit.

Staatspräsident Sergio Mattarella unterbrach einen Aufenthalt in seiner Heimatstadt Palermo und kehrte nach Rom zurück, um sich vom Zivilschutz über die Entwicklungen im Erdbebengebiet informieren zu lassen. Zahlreiche Staatschefs aus dem Ausland, darunter US-Präsident Barack Obama, kondolierten Mattarella wegen der Katastrophe.

Inzwischen werden auch die Schäden für das historische Kunsterbe der Gegend geprüft. Schäden wurden bei der Basilika des Heiligen Benedikts in der umbrischen Kleinstadt Norcia festgestellt. Auch die Stadtmauern von Norcia seien durch das Erdbeben beschädigt worden, berichtete die Generalsekretärin des italienischen Kulturministeriums Antonella Psqua Recchia. Sachschäden wurden auch in der umbrischen Ortschaft Cascia, Heimat der Heiligen Rita (1370-1447), gemeldet.




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