Letztes Update am Mi, 24.08.2016 20:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anleihegläubiger lassen Schrottverwerter Scholz viel Geld nach



Wien (APA) - Der schwer angeschlagene deutsche Schrottverwerter Scholz, der auch in Österreich tätig ist, hat in Bezug auf seine 182 Millionen Euro schwere Anleihe eine Einigung mit den Gläubigern erzielt. Alle Bedingungen für die Zahlung von 16 Mio. Euro seien erfüllt, das Geld soll Ende August fließen, teilte die Scholz Holding am Mittwochabend mit.

Das deutsche Unternehmen, das nun an eine chinesische Firma verkauft wird, hat eine dritte Änderungsvereinbarung zu den Emissionsbedingungen unterzeichnet. „Diese geänderten Emissionsbedingungen sehen insbesondere vor, dass nach der genannten Zahlung die verbleibenden Forderungen unter der Anleihe weitestgehend erlassen werden“, erklärte das Unternehmen. Ausnahme sei ein Anspruch auf eine Einmalzahlung in Höhe von 5,8 Mio. Euro für den Fall, dass Scholz im Geschäftsjahr 2016 oder 2017 eine bestimmte Schwelle beim Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erreicht.

Scholz ist mit gut einer Milliarde Euro verschuldet und einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Der Konzern mit knapp 5.000 Mitarbeitern leidet unter dem hohen Preisdruck auf dem Schrott- und Stahlmarkt.

Kürzlich hat die Scholz Holding einen Retter gefunden. Der chinesische Rivale Chiho-Tiande (CTG) übernimmt den deutschen Konzern. Der Schrott-Recycler aus Fernost hat laut deutschen Medienberichten die Bankschulden von Scholz übernommen, die Anleihe abgelöst sowie einen Überbrückungskredit in Höhe von 80 Mio. Euro zugesagt. Nun ist Chiho-Tiande der größte Einzelgläubiger, schrieb die „Börsen Zeitung“ Anfang der Woche.

2015 hatte Scholz seine Verluste um 88 Prozent auf 232 Mio. Euro ausgeweitet.




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