Letztes Update am Do, 25.08.2016 08:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frieden für Kolumbien nach 50 Jahren



Bogota (APA/AFP) - Nach jahrelangen Verhandlungen haben die kolumbianische Regierung und die linken FARC-Rebellen einen Friedensvertrag erzielt. Diesem Erfolg gingen schwierige Verhandlungen über die Beendigung des jahrzehntelangen Blutvergießens voraus.

27. Mai 1964: Die Armee greift aufständische Bauern in den Anden an. Unter der Führung von Manuel Marulanda, genannt Tirofijo, gründen 38 Überlebende den Bloque Sur. Den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) gilt dies als ihr Gründungsdatum.

1978: Als Führungsgremium der Guerillagruppe wird ein siebenköpfiges Sekretariat geschaffen. Mehr als tausend FARC-Kämpfer sind an sieben Fronten aktiv.

1984: Die FARC-Guerilla erklärt eine Waffenruhe und nimmt Verhandlungen mit dem kolumbianischen Staatschef Belisario Betancur auf.

1986: Die Patriotische Union (UP) tritt als politischer Arm der Rebellengruppe zur Parlamentswahl an und stellt den Juristen Jaime Pardo für die Präsidentschaftswahl auf.

1987: Rechtsextreme Paramilitärs ermorden Pardo und bringen in der Folge rund 3.000 weitere UP-Mitglieder um.

1991: Regierung und FARC führen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Gespräche bis Juni 1992.

1999: Beginn eines Dialogs mit Präsident Andres Pastrana. Die FARC erhält die Kontrolle über ein 42.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Südosten.

2002: Die FARC-Guerilla verschleppt die grüne Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Präsident Alvaro Uribe kündigt ein hartes Vorgehen gegen die Guerilleros an.

2008: Das kolumbianische Militär tötet in Ecuador den FARC-Vizechef Raul Reyes. Betancourt und 14 weitere Geiseln werden bei einem Einsatz des kolumbianischen Militärs aus der Hand der Guerilla befreit.

2010: Der ehemalige Verteidigungsminister Juan Manuel Santos wird zum Präsidenten gewählt. Er verspricht die Fortsetzung von Uribes Kampf gegen die FARC-Rebellen.

2011: Die Armee tötet den FARC-Kommandanten Alfonso Cano. Nachfolger wird Timoleon Jimenez alias Timochenko.

2012: Nach mehrmonatiger Vorbereitung werden in Havanna unter Vermittlung Kubas und Norwegens Verhandlungen aufgenommen, die nun zu dem Friedensvertrag geführt haben.

2013: Einigung zur ländlichen Entwicklung, dem ersten der sechs Verhandlungskapitel sowie Einigung zur Beteiligung ehemaliger FARC-Mitglieder am politischen Geschehen.

2014: Einigung zum Kampf gegen illegalen Drogenanbau - die FARC finanziert sich auch mit Drogen. Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Entwaffnung der Rebellen.

2015: FARC-Angriffe gegen Soldaten und Luftangriffe der Armee auf die Rebellengruppe weichen im Juli einer neuen einseitigen Feuerpause seitens der Rebellen. Santos setzt daraufhin die Luftangriffe wieder aus. Die FARC verkündet ihre Bereitschaft, sich in eine politische Bewegung umzuwandeln.

23. September 2015: Die Unterhändler einigen sich in Havanna auf den juristischen Rahmen zur Aufarbeitung des Konflikts. Binnen sechs Monaten soll es einen abschließenden Friedensvertrag geben. Santos trifft Timochenko in der kubanischen Hauptstadt.

22. Juni 2016: Regierung und Rebellen verständigen sich auf einen definitiven Waffenstillstand und eine Einstellung der beiderseitigen Feindseligkeiten. Über die noch ausstehenden Kapitel des Friedensdialogs soll anschließend weiter verhandelt werden.

24. August 2016: Nach Einigung in allen strittigen Fragen unterzeichnen die Unterhändler in Havanna ein „abschließendes, umfassendes und endgültiges Friedensabkommen“, das den Konflikt beenden soll. In Kraft treten kann es nur, wenn es am 2. Oktober in einer Volksabstimmung gebilligt wird.




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