Letztes Update am Do, 25.08.2016 10:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Austrias Friesenbichler vorerst weiter nur in zweiter Reihe



Trondheim (APA) - Kevin Friesenbichler muss weiter auf den Aufstieg zum Stammspieler bei Fußball-Bundesligist Austria Wien warten. Trotz einem wichtigen Europacuptor bei Spartak Trnava und einem Doppelpack in der Liga gegen Altach muss sich der 22-jährige Stürmer weiter hinter Olarenwaju Kayode anstellen. Glücklich ist der Benfica-Lissabon-Leihspieler damit nicht, auf Dauer will er sich nicht damit zufrieden geben.

„Mein Anspruch ist, dass ich Stammspieler werde, das habe ich auch vor meinen Augen, das will ich werden“, machte Friesenbichler im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur deutlich. Dass er nicht nur ein „Joker“ sei, habe er in letzter Zeit öfters betont. „Das weiß auch der Trainer. Man wird sehen, was die nächsten Wochen bringen“, so Friesenbichler.

In der „Jokerrolle“ hatte der Austria-Angreifer vergangene Saison oft geglänzt, bei 31 Einsätzen kam er 22-mal von der Bank und erzielte dabei seine sechs Ligatreffer. Diese Saison stand der Ex-Deutschland-Legionär zwar in drei von fünf Ligaspielen in der Startelf, das allerdings wegen der praktizierten Rotation. Im Europacup durfte er noch nie von Beginn an ran. Auch nicht am (heutigen) Donnerstag im wichtigen Europa-League-Play-off-Rückspiel bei Rosenborg Trondheim, wie Trainer Thorsten Fink im Vorfeld angekündigt hatte. Trotz Friesenbichlers Doppelpack am Sonntag setzte Fink auf den schnelleren Konterspezialist Kayode.

„Spieler akzeptieren das, wenn man schon vorher für Klarheit sorgt“, erklärte Fink. „Man muss sich halt darauf einstellen können“, sagte Friesenbichler über das ungeliebte Zurückrutschen ins zweite Glied. Einstellen kann sich der 14-fache U21-Teamspieler auch auf andere Aufgaben. Einsätze auf dem Flügel oder als hängende Spitze sind dem Ex-Kicker von Lechia Gdansk genauso recht. „Ich kann offensiv alles spielen und mir ist eigentlich egal, was ich spiele, Hauptsache ist stehe auf dem Platz“, sprach Friesenbichler Klartext.

Über die Seite zu kommen, habe sogar gewisse Vorteile. „Außen ist es vielleicht sogar leichter in unserem System zu spielen, weil du mehr Ballkontakte hast, nicht immer mit dem Rücken zum Tor stehst und mit Tempo kommen kannst“, meinte der Austria-Stürmer. Er könnte sich auch gut vorstellen mit Kayode dauerhaft eine Doppelspitze zu bilden. „Wir haben in der Konstellation schon Tore geschossen, aber das ist Trainersache“, verlautete Friesenbichler, der unbedingt Europa-League-Luft schnuppern möchte.

Der Steirer hatte im Sommer nach Ende seines einjährigen Leihvertrags kurz nach Portugal zurückkehren müssen, ehe sich die Wiener nach intensiven Verhandlungen mit Benfica auf eine neuerliche Leihe für eine Saison (samt Kaufoption) einigen konnten. Nun hält er nach acht Pflichtspielen bei drei Treffern. „Die Saison war bis jetzt okay. Wenn es gut verlaufen wäre und alles aufgegangen wäre, hätte ich schon ein paar Tore mehr auf dem Konto“, gab sich Friesenbichler selbstkritisch.

Allgemein sieht er sich auf einem guten Weg. „Ich war im Frühjahr schon gut in Form. Ich gebe alles, damit sie weiter anhält und einige Tore dazukommen“, so der bis 2018 an Benfica gebundene Friesenbichler. Fink ist guter Dinge: „Er ist noch ein junger Spieler, hat noch viel zu lernen, aber wenn er so weitermacht, wird er sich sicher bei uns top durchsetzen und der Mannschaft immer wieder helfen.“

Friesenbichler war ein Wunschspieler des Deutschen. „Wir haben ihn geholt, dass er da ist, wenn wir ihn brauchen. Seine Trefferquote ist sehr gut“, sagte der Ex-Bayern-Kicker. Im Angriff müsse man auch deshalb nicht mehr nachrüsten. „Wir haben zwei Topstürmer und mit Kvasina einen Nachwuchsstürmer dahinter. Da sind wir ganz gut besetzt“, so Fink.

Auf einer anderen Position ortet der Austria-Trainer dafür Handlungsbedarf. „Wir müssen auf jeden Fall einen defensiven Mittelfeldspieler holen, ansonsten muss ich das wieder irgendwie kompensieren und das ist schwierig, wenn man höhere Ziele hat“, erklärte Fink. Seit dem Abgang von Roi Kehat haben die Wiener eine „Lücke“ im Kader.




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