Letztes Update am Do, 25.08.2016 10:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


247 Tote und 264 Verletzte bei Erdbeben in Mittelitalien



Rom/Arquata del Tronto (APA) - 247 Tote und 264 Verletzte ist die vorläufige Bilanz des Erdbebens mit Stärke 6,0, das in der Nacht auf Mittwoch die Region zwischen Latium und Abruzzen getroffen hat. Über 200 Tote wurde in Amatrice, dem Epizentrum des Erdbebens 106 Kilometer nördlich von Rom, gemeldet, teilte Italiens Zivilschutz am Donnerstag mit.

In Amatrice und Umgebung wurde am Donnerstag noch unter den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Mehrere Personen wurden noch vermisst. Die Behörden befürchten, dass die Bilanz des Erdbebens höher ausfallen wird als bei der Katastrophe von L‘Aquila vor sieben Jahren. Damals waren über 300 Menschen ums Leben gekommen.

Die Menschen im Erdbebengebiet am Apennin verbrachten eine lange Nacht der Angst ohne Dach über den Kopf. Mehrere Nachbeben lösten Unruhe unter den Bewohnern von Amatrice aus, die die Nacht in Zelten verbrachten. 460 Nachbeben wurden nach dem schweren Erdstoß in der Nacht auf Mittwoch gemeldet, zwei davon hatten eine Stärke von mehr als 5.

Ein Nachbeben der Stärke 4,5 wurde gegen 5.00 Uhr gemeldet und riss die wenigen Bewohner von Amatrice, die sich zur Ruhe gelegt hatten, aus dem Schlaf. Die meisten verbrachten die Nacht im Freien mit umgehängten Decken. Die Temperaturen in der Apennin-Gemeinde sanken auf circa zehn Grad, in höher gelegenen Kommunen sogar auf Null. Viele Betroffenen verbrachten die Nacht in ihren Autos und bewachten ihre beschädigten Häuser aus Angst vor Plünderungen.

In Amatrice wurden Senioren und Familien mit Kindern in einer Sporthalle untergebracht. Hier wurden Lebensmittel und Kleidung, sowie Medikamente verteilt. 5.400 Rettungskräfte waren im Erdbebengebiet im Einsatz. Premier Matteo Renzi lobte den Einsatz der Rettungseinheiten und des Zivilschutzes. „Unser Herz schmerzt, aber wird sind über die Effizienz der Rettungsaktion stolz“, meinte der Regierungschef.

Die Einsatzkräfte suchten in der Dunkelheit mit Hilfe von Spürhunden und Taschenlampen weiter nach Lebenszeichen von Verschütteten. Die Suche nach Vermissten gestaltete sich schwierig, weil sich in der Gegend viele Urlauber aufhielten, die teilweise nicht registriert waren. In Amatrice stürzte ein ganzes Hotel ein. 70 Personen waren hier untergebracht. Fieberhaft wurde in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Die Kleinstadt war in diesen letzten August-Tagen voll mit Urlaubern, die am Wochenende zu einem beliebten Gastronomie-Volksfest gehen wollten. Auch ein religiöses Institut, in dem Ordensschwester und Senioren lebten, war ein Trümmerhaufen. „Man sucht nach Überlebenden in einer Stadt, die es nicht mehr gibt“, sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Picozzi.

Als Soforthilfe stellte die italienische Regierung 235 Millionen Euro bereit. Ministerpräsident Renzi, der am Mittwochnachmittag das Erdbebengebiet besucht hatte, hat für Donnerstagnachmittag eine Ministerratsitzung einberufen, um Hilfe für die betroffene Bevölkerung zu organisieren. Auch Spenden wurden für die betroffene Bevölkerung organisiert.

( 0958-16)




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