Letztes Update am Do, 25.08.2016 11:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kirche Kolumbiens zurückhaltend über Friedensabkommen mit FARC



Bogota (APA) - Die katholische Kirche in Kolumbien hat nach dem Abschluss des Friedensvertrags zwischen der Regierung und der Guerilla-Organisation FARC vor allzu großer Euphorie gewarnt. Das Abkommen bedeute zunächst einmal ein Ende des Krieges, ein wirklicher Frieden müsse aber erst erarbeitet werden, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Luis Augusto Castro Quiroga, laut Kathpress im Radio.

„Dies ist die große Aufgabe des Postkonfliktes“, so Castro. Dabei müsse die Suche nach der Wahrheit an erster Stelle stehen. „Und das ist sicher die schwierigste Aufgabe.“ In einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung rief die Bischofskonferenz die Kolumbianer zur Teilnahme an der Volksabstimmung auf.

Der Weihbischof von Barranquilla, Victor Tamayo, forderte unterdessen die andere, kleinere Guerillagruppe ELN (Nationale Befreiungsarmee) zu einem entscheidenden Schritt in Richtung Frieden. „Wir laden die ELN ein, sich der Gruppe von uns Kolumbianern anzuschließen, die den Frieden will“, sagte Tamayo dem Radiosender Caracol. Derzeit liegen die Friedensgespräche mit der ELN auf Eis, weil Santos die Freilassung aller Geiseln aus der Gewalt der Rebellen zur Bedingung für die Aufnahme von direkten Friedensgesprächen gemacht hat.

Papst Franziskus wird 2017 in Kolumbien erwartet und will dort auch das Konfliktgebiet besuchen.




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