Letztes Update am Do, 25.08.2016 11:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mutmaßliche Jesuiten-Mörder in El Salvador kommen auf freien Fuß



San Salvador (APA) - In El Salvador kommen drei Militärangehörige wieder auf freien Fuß, die im Februar im Zusammenhang mit dem Massaker in der Katholischen Universität von San Salvador im November 1989 festgenommen worden waren. Das entschied der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt San Salvador, wie die Tageszeitung „La Prensa Grafica“ laut Kathpress berichtete. Damit bleibt nur noch ein Armeeangehöriger in Haft.

In der vergangenen Woche hatte das Oberste Gericht bereits einen vorliegenden Auslieferungsantrag Spaniens für mehrere Militärangehörige abgelehnt, die 1989 in den Wirren des salvadorianischen Bürgerkriegs an der Ermordung von sechs Jesuiten beteiligt gewesen sein sollen.

Damals stürmte ein Kommando der Streitkräfte in die Universität und ermordete sechs jesuitische Theologen sowie eine Haushälterin und deren 15-jährige Tochter. Bei fünf Jesuiten handelte es sich den Angaben zufolge um Spanier.

Die Jesuiten hatten sich vor dem Attentat für die Beendigung des salvadorianischen Bürgerkrieges eingesetzt. Ihr Wortführer, der einflussreiche Philosophieprofessor Ignacio Ellacuria, sympathisierte dabei politisch eher mit den linken Rebellen. Die Bluttat löste weltweit Entsetzen aus. Wer die Auftraggeber des Massakers waren, konnte bis heute nicht schlüssig geklärt werden.




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