Letztes Update am Do, 25.08.2016 12:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1: Teenager Verstappen bei „Heimspiel“ in Spa der Star



Spa-Francorchamps (APA/dpa) - Er fuhr schon Formel-1-Rennen, da hatte er noch nicht einmal einen Pkw-Führerschein. Mit 18 Jahren und 228 Tagen gewann er als jüngster Pilot in der Geschichte der Formel 1 einen Grand Prix. Nicht wenige rechnen damit, dass Max Verstappen ein kommender Weltmeister ist. „Ich wollte immer in der Formel 1 fahren, Rennen gewinnen und Weltmeisterschaften - nichts anderes“, sagt er über sich selbst.

Schon an diesem Wochenende kann der im belgischen Hasselt geborene Niederländer bei seinem „Heimspiel“ in Spa-Francorchamps an Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel (5 Punkte mehr), Ex-Champion Kimi Räikkönen (+7/beide Ferrari) und Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo (+18) im WM-Klassement vorbeiziehen. Er wäre dann Dritter. „Spa sollte ein großartiges Wochenende werden“, sagte der Teenager. „Es werden eine Menge belgische und niederländische Fans dort sein“, prophezeite Max Verstappen.

Sie kommen auch seinetwegen. Papa Jos fuhr selbst in der Motorsport-Königsklasse. 105 Grand Prix absolvierte er, gewann nie, war aber auch einmal Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Nun managt und begleitet er seinen Sohn auf dem Weg nach oben - nach ganz oben.

Als das „Jahrhunderttalent“ (Niki Lauda) im Mai in Barcelona die Silberpfeil-Karambolage zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg nutzte und in beeindruckend abgeklärter Manier den ersten Sieg in der Formel 1 feierte, war Papa Jos ergriffen. „Das ist unglaublich, aber er hat es verdient. Wahnsinn, wie er gefahren ist“, stammelte er damals. Es war Max Verstappens erstes Rennen für Red Bull Racing nach seiner Beförderung gewesen.

Der Russe Daniil Kwjat hatte für den Toro-Rosso-Fahrer Platz machen müssen - mitten in der Saison. Oft passiert das nicht. 1991 wechselte Michael Schumacher von Jordan zu Benetton, Vettel 2007 von BMW zu Toro Rosso. Das sagt auch einiges über Verstappen aus. Ebenso wie die Tatsache, dass es ihm als einzigem Fahrer gelang, die Mercedes-Siegesserie in diesem Jahr zumindest zu unterbrechen.

Dass sein rasanter Aufstieg nicht ganz geräuschfrei verläuft, ist in der PS-Welt auch nicht verwunderlich. Mit leichtem Argwohn hat manch einer Verstappens Debüt in der Königsklasse beobachtet, als er gerade einmal 17 Jahre alt war. Die Zweifel an seiner Formel-1-Reife konnte er aber beseitigen. Seine kompromisslose Fahrweise sorgt dennoch immer wieder einmal für Unmut und Diskussionen.

So wie in Ungarn vor der Sommerpause, als Räikkönen in Rage geriet nach einem Manöver des Niederländers. „Wir sind hier doch nicht auf einem Sonntagsausflug“, konterte dieser. Die Rennkommissare werteten den Zwischenfall als „robuste Verteidigung“, hatte Rennleiter Charlie Whiting gesagt.

„Natürlich fahre ich immer am Limit“, bekräftigte Verstappen bei autosport.com vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag (14.00 Uhr/ORF 1, RTL und Sky). „Aber so wirst du erfolgreich“, meinte der Teenager, der Anfang des Jahres zum Sportler 2015 in den Niederlanden gewählt wurde - als Nachfolger von Arjen Robben. Der Fußball-Star gratulierte dem Formel-1-Newcomer damals per Video aus dem Bayern-Trainingslager in Doha. Und wünschte für 2016 „viel Erfolg“.




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