Letztes Update am Do, 25.08.2016 14:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in Italien - Alte Gebäude ohne historischen Wert abreißen



Rom/Arquata del Tronto (APA/dpa) - Das verheerende Erdbeben in Mittelitalien hat Kritik am Umgang des Landes mit dem Erdbebenschutz befeuert. Fachleute fordern neue Maßnahmen bis hin zum Abriss von älteren Gebäuden ohne historischen Wert. Auch Länder wie Chile und die Türkei seien diesen Schritt gegangen, sagte Alessandro Amato vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) laut Ansa.

Antonio Piersanti vom INGV sagte, ein Erdbeben der Stärke 6 sei für den Gebirgszug Apennin ein durchaus typisches Ereignis. „Wegen des Zustands und der Verwundbarkeit von historischen Gebäuden hat ein Erdbeben wie das von Rieti eine derart katastrophale Wirkung.“ Bei neuen Gebäuden gebe es strengere Auflagen; hier seien Fortschritte gemacht worden. Sorge bereiteten aber ältere Bauten - auch aus den vergangenen Jahrzehnten. Mehr als die Hälfte aller Schulen in Italien seien etwa vor 1980 gebaut worden, hieß es beim INGV.

Die Staatsanwaltschaft in Rieti leitete Ermittlungen ein. Sie sollen unter anderem Klarheit bringen, wie es zum Einsturz gerade erst renovierter Gebäude kommen konnte, etwa der Schule in Amatrice und des Glockenturms in Accumoli, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag.

Wütende Bewohner erhoben Vorwürfe gegen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Betondächer seien auf Steinmauern gebaut worden, die nicht in der Lage seien, das Gewicht zu halten, schrieb die Ansa. Die Gebäude in der Region stammen teils aus dem Mittelalter. Der gesamte Apennin gilt als erdbebengefährdet.




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