Letztes Update am Do, 25.08.2016 17:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kerry: Saudi-Arabien reagiert mit Angriffen im Jemen auf Bedrohung



Jeddah (APA/dpa) - Trotz vieler toter Zivilisten bei Luftangriffen im Jemen haben die USA ihre Unterstützung des Kurses Saudi-Arabiens in dem Bürgerkriegsland bekräftigt. Das militärische Vorgehen des Königreiches sei auch eine Antwort auf die Gewalt aus dem bitterarmen Nachbarland, sagte US-Außenminister John Kerry am Donnerstag im saudischen Jeddah.

„Wir verstehen, dass das Königreich Saudi-Arabien auf sehr reale Bedrohungen an seiner Grenze antwortet“, sagte Kerry. Von jemenitischem Gebiet aus abgefeuerte Raketen töteten Bürger des Landes.

Kerry äußerte sich besorgt über Berichte zu einer Vielzahl ziviler Opfer bei Luftangriffen der saudisch geführten Allianz. „Die Regierung [Saudi-Arabiens] hat sich bereit erklärt, die beunruhigenden Berichte zu prüfen, die wir alle sehen, um weitere Tragödien in Zukunft zu vermeiden.“ Kerrys saudischer Amtskollege Adel al-Jubeir betonte, dass Saudi-Arabien bei seinen Luftangriffen „extrem vorsichtig“ vorgehe und jeder Bericht zu zivilen Opfern geprüft werde.

Die Angriffe des Bündnisses sunnitischer Monarchien hatten im März 2015 begonnen und richten sich gegen schiitische Houthi-Rebellen. Sie trafen immer wieder auch humanitäre Einrichtungen, Märkte oder auch Hochzeitsgesellschaften. Viele Unbeteiligte wurden dabei getötet. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte kürzlich ihr Personal aus dem Norden des Landes abgezogen und als Gründe „willkürliche Bombardements“ und „unzuverlässige Zusicherungen“ des Militärbündnisses angeführt.




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