Letztes Update am Fr, 26.08.2016 11:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ungarn - Orban will auch bei Notverordnung niemanden zurücknehmen



Budapest/Wien (APA) - Ungarns Premier Viktor Orban hat der Rücknahme von Flüchtlingen aus Österreich erneut eine Absage erteilt. Dies gelte auch im Fall einer Einführung der Notverordnung, sagte er am Freitag im staatlichen Rundfunk. „Von Abschiebung nach Ungarn kann keine Rede sein, da niemand nach Ungarn kommen kann“, so Orban. „Nicht einmal ein Vogel kann heute ohne Kontrolle auf ungarisches Territorium fliegen.“

Vielmehr müsse Österreich „die Frage beantworten, wo es einen Zaun bauen wolle“, erklärte der ungarische Premier. Er habe den „österreichischen Freunden“ geraten, dies nicht an der ungarisch-österreichischen Grenze zu tun, sondern an der ungarisch-serbischen und der ungarisch-kroatischen Grenze. Bereits jetzt unterstützen österreichische Polizisten ihre ungarischen Kollegen beim Schutz der Grenze zu Serbien.

Die gemeinsame Anstrengung müsse aber noch einen Schritt weitergehen, forderte Orban am Freitag. So solle die serbisch-mazedonische und die mazedonisch-griechische Grenze gemeinsam gesichert werden. Denn klar sei, dass „die Außengrenzen Europas geschützt werden müssen“. Und diese können nicht mit „Blumen und Plüschtieren verteidigt werden, sondern mit Grenzzäunen, Polizisten, Soldaten und Waffen“, betonte er.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hatte kürzlich erklärt, im Zuge der Notverordnung Registrierzentren an der österreichischen Grenze einführen zu wollen. „Dort sind die Menschen nicht im Land so wie in der Transitzone am Flughafen. Dort bleiben sie“, erklärte er. Die Grenze will der Innenminister mit Soldaten und Polizisten schützen. „Sonst muss man darüber reden, Grenzzäune zu errichten“, kündigte er an.




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