Letztes Update am Fr, 26.08.2016 11:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


HSH Nordbank schreibt mit Kernbank weiter schwarze Zahlen



Hamburg (APA/dpa/Reuters) - Die HSH Nordbank hat nach der Übertragung von faulen Krediten auf eine Zweckgesellschaft mit ihrer Kernbank im ersten Halbjahr 2016 erneut einen Gewinn erzielt. Das Konzernergebnis nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr von 147 auf 160 Mio. Euro. Das teilte die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein am Freitag mit.

Sie sehe sich auf Kurs für den 2018 anstehenden Eigentümerwechsel, teilte die Bank mit. In der von Altlasten dominierten Abbaubank sei erwartungsgemäß ein Vorsteuerverlust von minus 90 Mio. Euro angefallen. Der Verkaufsprozess für die Landesbank beginnt aber erst, wenn die Geschäftszahlen für das 2016 vorliegen.

Die EU-Kommission hatte in diesem Jahr endgültig eine Erhöhung der Ländergarantien für die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein auf 10 Mrd. Euro genehmigt, im Gegenzug aber den Verkauf des Instituts bis 2018 durchgesetzt. In einem ersten Schritt hatte die HSH jüngst faule Schiffskredite in Höhe von 5 Mrd. Euro an eine Zweckgesellschaft der Länder übertragen. Bis Mitte des kommenden Jahres will die HSH Nordbank weitere notleidende Kredite aus den Bereichen Schifffahrt, Immobilien und Flugzeugfinanzierung sowie Erneuerbare Energien auf dem freien Markt verkaufen - im Volumen von 3,2 Mrd. Euro. Infolgedessen würden sich die gesamten Altlasten aus faulen Krediten in Höhe von 16 Mrd. Euro halbieren.

Das Vorsteuerergebnis der Kernbank stieg auf 261 Mio. Euro, nach 143 Mio. Euro vor Jahresfrist, konzernweit belief sich der Vorsteuergewinn auf 171 Mio. Euro. Wegen der angespannten Lage in der Schifffahrt und den rekordniedrigen Zinsen könne das Ergebnis aber nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch. Er peilt im Gesamtjahr weiter ein positives Vorsteuerergebnis an, das allerdings deutlich unter dem Vorjahreswert liegen werde. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft schoss im ersten Halbjahr auf 520 Mio. Euro nach oben nach 119 Mio. Euro vor Jahresfrist - vor allem wegen fauler Schiffskredite.




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