Letztes Update am Fr, 26.08.2016 12:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in Italien - Giorgia überlebte in Armen der toten Schwester



Rom/Pescara (APA/dpa) - Für die Helfer in der italienischen Erdbebenregion liegen Freude und Trauer oft ganz nah beieinander. In dem verwüsteten Ort Pescara del Tronto ist Giorgia nach 16 Stunden lebend unter den Trümmern ihres Kinderzimmers gefunden worden - für die ältere Schwester aber, die ihre Arme um die Vierjährige geschlungen hatte, kam jede Hilfe zu spät.

Die kleine Giorgia und die neunjährige Giulia seien in enger Umarmung unter zwei Metern Geröll entdeckt worden, zitierte die Zeitung „La Repubblica“ am Freitag den Retter Massimo Caico. „Wir haben stundenlang gegraben und zunächst nichts gefunden“, sagte er. Plötzlich aber sei zunächst eine Puppe unter den Steinen aufgetaucht, und dann ein Fuß. „Er war ganz kalt. Ein ganz schlechtes Zeichen“, erinnerte sich Caico. Als der leblose Körper Giulias ausgegraben wurde, habe er aber bemerkt, dass sich die Erde daneben ganz leicht bewegte. Dann sei ein leichtes Stöhnen zu hören gewesen. „Da hat sich der Alptraum in einen Traum verwandelt“, so Caico. „Giorgia lebt!“, habe er geschrien.

Das kleine Mädchen habe den Mund voller Erde gehabt, sei aber offenbar durch den Körper ihrer Schwester geschützt worden. „Und wahrscheinlich ist irgendwie ein winziger Luftstrahl zu ihr durchgedrungen, der ausgereicht hat“, sagte der Feuerwehrmann. Sie sei praktisch unverletzt gewesen und habe gleich nach Wasser gefragt. „Wenn es Wunder gibt, dann war das ganz sicher eins.“ Die Eltern der Mädchen seien schon Stunden vorher lebend geborgen worden, sie lägen schwer verletzt im Krankenhaus.

(S E R V I C E - Bericht zu der Rettung mit Foto unter http://go.apa.at/cYpQSB7k)




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