Letztes Update am Fr, 26.08.2016 13:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovarische NGOs mobilisieren gegen Jeremic als UNO-Generalsekretär



Prishtina (Pristina)/Belgrad/New York (APA) - Mehrere Nichtregierungsorganisationen im Kosovo haben eine Aktion gestartet, um ihre Landsleute gegen die Kandidatur des früheren serbischen Außenministers Vuk Jeremic für den Posten des UNO-Generalsekretärs zu mobilisieren. Der 41-jährige serbische Politiker ist als ein ausgesprochener Gegner der Unabhängigkeit des Kosovo bekannt.

Seine Amtszeit als Serbiens Außenminister - 2007-2012 - hatte Jeremic größtenteils dazu genutzt, weltweit gegen die Anerkennung des jüngsten Staates Europas zu werben. Als er im September 2012 für ein Jahr den Posten des Vorsitzenden der UNO-Vollversammlung übernommen hatte, schloss er eine eventuelle UNO-Aufnahme des Kosovo während seiner Amtszeit ausdrücklich aus. Nur über seine Leiche könnte dies geschehen, erläuterte er damals.

Kosovarische nichtstaatliche Organisationen befürchten nun, dass die Wahl von Jeremic in das höchste UNO-Amt dem jungen Staat die Tür in die Weltorganisation für viele Jahre versperren würde. Um darauf hinzuweisen, haben sie für morgigen Samstag eine Protestkundgebung in Prishtina einberufen.

Derzeitiger Favorit für das Amt des UNO-Chefs ist der frühere Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats, der Portugiese Antonio Guterres. In der zweiten Abstimmungsrunde im Sicherheitsrat am 5. August hatte er sich laut Diplomaten gegen alle Mitbewerber durchgesetzt. An zweiter Stelle soll sich laut Belgrader Medienberichten der frühere serbische Außenminister Jeremic befinden. Im Rennen sind zehn Kandidaten, nachdem sich die frühere kroatische Außenministerin Vesna Pusic und ihr montenegrinischer Amtskollege Igor Luksic kürzlich zurückgezogen haben.

Serbien lehnt es nach wie vor ab, die im Februar 2008 verkündete Unabhängigkeit des Kosovo, seiner einstigen Provinz, anzuerkennen. Insgesamt 112 UNO-Mitgliedstaaten haben den Kosovo bisher anerkannt, darunter auch Österreich.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA257 2016-08-26/12:59




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