Letztes Update am Fr, 26.08.2016 13:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrische Kurden - Unterdrückte Minderheit und Bürgerkriegspartei



Istanbul (APA/dpa) - Während des Bürgerkriegs in Syrien sind die Kurden, eine lange unterdrückte Minderheit im Land, zu einer mächtigen Kraft aufgestiegen. Geführt werden sie von einer linksgerichteten Partei und einem bewaffneten Arm, die sich in den vergangenen zwei Jahren die Unterstützung der USA sichern konnten.

Die Partei der Demokratischen Union (PYD) und die Miliz YPG (Volksverteidigungseinheiten) haben in Nordsyrien autonome Gebiete ausgerufen und kürzlich ein föderales Verwaltungssystem verkündet - ihnen zufolge die Lösung des Bürgerkriegs.

Diverse Rebellengruppen sowie die Regierung sind gegen die kurdischen Pläne und befürchten eine Aufteilung des Landes. Das arabisch-nationalistische Regime von Präsident Bashar al-Assad und seines Vaters Hafez, der von 1970 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 Machthaber war, hat kurdische Bestrebungen lange unterdrückt. Vielen erkannte die Regierung nicht die Staatsbürgerschaft an.

Kurden sind die größte ethnische Minderheit in Syrien. Vor dem Krieg machten sie zehn Prozent der Bevölkerung von 23 Millionen Menschen aus. Sie leben vor allem im Nordosten des Landes sowie in kleinen Gebieten entlang der nördlichen Grenze mit der Türkei. Auch in Aleppo gibt es eine größere Gemeinde.

Als die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im September 2014 die Kurden immer mehr zurückdrängte, stellte sich eine US-geführte Anti-IS-Koalition hinter die Kurden. Diese nahmen daraufhin den Großteil des IS-Gebiets entlang der türkischen Grenze ein - angefangen mit der symbolträchtigen Stadt Kobane.

Der PYD werden enge Verbindungen zur kurdischen Arbeiterpartei PKK nachgesagt, die von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestuft wird.




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