Letztes Update am Sa, 27.08.2016 08:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in Mittelitalien: 43 Leichen noch nicht identifiziert



Rom (APA) - Nach dem Erdbeben in Mittelitalien sind noch 43 Leichen nicht identifiziert. Die meisten von ihnen befinden sich im Krankenhaus der Stadt Rieti nördlich von Rom. Nach Rieti pilgerten Dutzende Angehörige auf der Suche nach Nachrichten über vermisste Verwandte, berichteten italienische Medien.

2.500 Menschen sind in den vom Erdbeben betroffenen Gemeinden obdachlos. Viele von ihnen verbrachten die Nacht in Zeltlagern, andere übernachteten in Autos vor ihren zerstörten Häusern. Sie befürchten Plünderungen. Die Kontrollen wurden verschärft.

Ein Team aus vier Staatsanwälten ermittelt in der Stadt Rieti wegen Fahrlässigkeit in Zusammenhang mit Bauarbeiten in Amatrice, Epizentrum des Erdbebens. Unter die Lupe nahmen die Staatsanwälte die Volksschule in Amatrice, die erst 2012 renoviert worden war, beim Erdbeben jedoch fast vollständig zusammengebrochen war. 115 schwerbeschädigte Gebäude in Amatrice wollen die Staatsanwälte unter die Lupe nehmen. „Wären die Gebäude wie in Japan errichtet worden, wären sie in Amatrice nicht zusammengebrochen“, sagte der Staatsanwalt von Rieti, Giuseppe Saieva.

Inzwischen nehmen die Nachbeben in Amatrice kein Ende. Um 4.58 Uhr wurde ein Erdbeben mit Magnitude 4 gemeldet. Er riss die vielen Obdachlosen aus dem Schlaf, die in den Zeltlagern die Nacht verbrachten. 220 Nachbeben wurden allein am Freitag registriert.

Innenminister Angelino Alfano lobte den Einsatz der Rettungsteams und der ehrenamtlichen Helfer, die der betroffenen Bevölkerung Hilfe leisten. „Die Solidaritätswelle, die diese Katastrophe ausgelöst hat, ist enorm. Wir werden das Geld finden, um die betroffene Region wieder aufzubauen. Wir wollen dafür sorgen, damit niemand diese wunderbare Gegend verlassen muss“, kommentierte Alfano.




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