Letztes Update am Sa, 27.08.2016 08:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bangladesch meldet Tötung von Drahtzieher des Cafe-Anschlags



Dhaka (APA/AFP/Reuters) - Die Polizei in Bangladesch hat vier Islamisten erschossen, darunter vermutlich den mutmaßlichen Drahtzieher des Blutbads in einem bei Ausländern beliebten Cafe Anfang Juli. Beamte stürmten am Samstag in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka ein Versteck der Islamisten, wie die Polizei mitteilte.

Der Kanado-Bangladescher Tamim Chowdhury stand den Angaben zufolge hinter dem Angriff auf ein Cafe im vergangenen Monat, bei dem 22 zumeist ausländische Geiseln getötet worden waren. Außerdem sei er der Anführer der Islamistengruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB) gewesen.

Bei der Razzia drei weitere Extremisten ums Leben gekommen, teilte die Anti-Terror-Polizei am Samstag mit. Die vier seien in ihrem Versteck in einem Außenbezirk von Dhaka ausfindig gemacht worden.

Laut dem hochrangigen Polizeibeamten Sanwar Hossein hatte die Polizei sich in Narayanganj, einer Stadt 25 Kilometer südlich von Dhaka, ein einstündiges Feuergefecht mit Chowdhury und seinen Mitstreitern geliefert. Der Chef von Bangladeschs Polizei, A.K.M. Shahidul Hoque sagte AFP, die Polizei sei sich bei Einsatzbeginn zu „99 Prozent sicher“ gewesen, dass Chowdhury in dem umstellten Versteck sei.

Chowdhury war 2013 aus Kanada nach Bangladesch zurückgekommen. Seine JMB wird von den Behörden für den Angriff auf das Cafe „Holey Artisan Bakery“ in Dhaka verantwortlich gemacht, bei dem am 1. Juli 20 Ausländer und zwei Polizisten getötet worden waren.

Bewaffnete hatten das Cafe überfallen und dutzende Menschen elf Stunden lang festgehalten. Spezialkommandos beendeten die Geiselnahme am nächsten Morgen gewaltsam und töteten dabei sechs Angreifer. Zu den getöteten Geiseln zählten neun Italiener sowie sieben Japaner und ein US-Bürger.

Zu dem Angriff bekannte sich die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Regierung erklärte damals, bei den Tätern handle es sich nicht um ausländische Extremisten, sondern um Angehörige einheimischer Terrorgruppen.




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