Letztes Update am Di, 30.08.2016 14:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schnelldiagnose-Methode verbessert Chancen bei Blutvergiftung



Basel (APA/sda) - Forschende des Universitätsspitals Basel haben den Nutzen einer modernen Technik für die Diagnose von Blutvergiftungen überprüft. Dank der viel schnelleren Diagnostik mussten demnach weniger Betroffene auf die Intensivstation eingeliefert werden und es kam zu weniger Todesfällen.

Um die passenden Antibiotika zu wählen, müssen Mediziner möglichst schnell wissen, welche Bakterien bei einem Patienten in die Blutbahn geraten sind und eine Blutvergiftung verursachen. Rascher als mit der konventionellen Methodik lasse sich dies per Massenspektrometrie erreichen, teilte das Universitätsspital Basel am Dienstag mit.

Mit dieser lassen sich die Bakterien direkt in der Blutkultur identifizieren: Dabei werden spezifische Muster von Proteinbruchstücken erkannt, die für jede Bakterienart charakteristisch sind. Das dauere durchschnittlich nur rund 33 Stunden statt etwa 59 Stunden mit konventioneller Diagnostik, schrieb das Unispital.

Diese Zeitersparnis kommt den Patienten zugute, wie die Forschenden anhand einer Untersuchung an 368 Betroffenen mit einer Blutvergiftung nachweisen konnten. Bei einem Teil der Patienten wurde die bisherige Diagnostik verwendet, beim anderen Teil zusätzlich die Schnelldiagnose per Massenspektrometrie.

In der Gruppe mit Schnelldiagnose mussten weniger Betroffene auf eine Intensivstation eingeliefert werden, nämlich nur 23,1 Prozent im Vergleich zu 37,2 Prozent aus der Gruppe mit konventioneller Diagnostik. Auch die Sterblichkeit lag in der Gruppe mit Schnelldiagnose etwas tiefer, bei 9,6 Prozent im Vergleich zu 16,4 Prozent. Das berichten die Wissenschafter im Fachjournal „Clinical Microbiology and Infection“.




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