Letztes Update am Di, 06.09.2016 15:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oligarch Firtasch verliert einflussreiche Position in der Ukraine



Kiew/Wien (APA) - Nachdem Dmytro Firtasch vergangene Woche seinen Rücktritt als Präsident des ukrainischen Arbeitgeberverbandes erklärte, hat dieser am Dienstag ein neues Präsidium gewählt, in dem der Österreich-affine Oligarch nicht mehr vertreten ist. Damit verliert der einflussreiche Unternehmer seine wichtigste öffentliche Funktion und gesellschaftlichen Einfluss in der Ukraine.

Der Oligarch hatte die Organisation seit 2010 geleitet, bedingt durch ein US-amerikanisches Auslieferungsverfahren und ukrainische Strafverfahren seit 2014 aus dem österreichischen Exil. Das Oberlandesgericht Wien soll als Berufsinstanz in den nächsten Monaten eine rechtskräftige Entscheidung in der Causa fällen - im April 2015 war Firtaschs Auslieferung an die USA in erster Instanz vom Landesgericht Wien abgelehnt worden. Ankläger in den USA werfen dem Ukrainer Korruption im Zusammenhang mit indischen Firmenbeteiligungen vor.

Firtaschs Rücktritt erfolgt parallel zu wachsendem Druck auf seinen Fernsehsender „Inter“, der am Sonntag in einem Brandanschlag auf Redaktionsräumlichkeiten in Kiew gipfelte. Dem reichweitenstarken Sender war nach der Veröffentlichung einer gehackten Email-Korrespondenz aus Donezk im Sommer die Abstimmung seiner Berichterstattung mit der aufständischen, prorussischen „Donezker Volksrepublik“ vorgeworfen worden.

Auch ein Galamusikabend zum ukrainischen Unabhängigkeitstag war wegen Sowjetnostalgie heftig kritisiert worden. Ende August hatte deshalb Innenminister Arsen Awakow, dessen „Volksfront“-Partei seit geraumer Zeit im Clinch mit Firtasch ist, die Medienbehörde und den Geheimdienst SBU aufgefordert, wegen der „antiukrainischen“ und „gegen den Staat gerichteten“ Positionierung des Senders einzuschreiten.

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