Letztes Update am Mi, 16.11.2016 15:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ärzteproteste - Apotheker lehnen Ärztekammer NÖ-Volksbegehren ab



Wien/St. Pölten (APA) - Die Österreichische Apothekerkammer weist die Forderung der Ärztekammer NÖ, Medikamente in Ordinationen abzugeben, zurück. „Medikamente gehören in die Apotheke. Eine direkte Medikamentenabgabe durch den Arzt (Dispensierfreiheit) wird kategorisch abgelehnt“, teilte die Interessenvertretung mit.

Dem am Mittwoch vorgestellten Volksbegehren „SOS Medizin“ der Ärztekammer NÖ liege „die Angst der Ärztefunktionäre zugrunde, Macht und Einfluss im Gesundheitswesen aufgeben zu müssen“. Es könne aber nicht sein, dass nun versucht werde, die Leistungen der Apotheken zu schmälern. „Wir werden sicher nicht dulden, dass die NÖ Ärztekammer auf diesem Weg versucht, Kleingeld für eine alte Forderung zu machen, die kein Gesundheitspolitiker mehr ernst nehmen kann“, betonte Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer NÖ. „Ich sehe diesen Rundumschlag der Ärztekammer im Lichte der bevorstehenden Kammerwahlen“.

Das Volksbegehren sei zudem „durchsichtig“: Unter dem Deckmantel des Patienteninteresses will man laut Haberfeld „über die Hintertür ein Körberlgeld verdienen“. Die Apothekerkammer trete daher vehement gegen das Volksbegehren auf und werde ihrerseits die Bevölkerung über diese Tatsache informieren. Eine „vernünftige Verbesserung für chronisch kranke Patienten“ wäre dem Präsidenten zufolge, „wenn diese ihre Dauermedikamente direkt in der Apotheke erhalten könnten - ohne jedes Mal ein Rezept in der Ordination abzuholen“. Das wäre auch eine Entlastung für die Ärzte.




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