Letztes Update am Do, 17.11.2016 13:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ärzteproteste - Kärntner Ärztekammer will Volksbegehren unterstützen



Wien/Klagenfurt (APA) - Auch die Kärntner Ärztekammer hat am Donnerstag Maßnahmen gegen die im Zuge des Finanzausgleichs geplanten Reformen im Gesundheitswesen angekündigt. Wie Präsident Josef Huber auf APA-Anfrage sagte, werde man das Volksbegehren der niederösterreichischen Ärztekammer unterstützen. Und: „Wenn es tatsächlich zu einem Generalstreik kommt, so kann ich mir vorstellen, dass das österreichweit passiert.“

Im ganzen Land plane die Ärztekammer eine Infokampagne: „Es ist dringend notwendig, dass wir aufklären, welche Einschnitte über den Finanzausgleich auf uns zukommen“, so Huber. Als eines der gravierendsten Themen der Reform bezeichnete Huber die Arbeitszeiten der Spitalsärzte: „Es kann nicht sein, dass ausgerechnet Ärzte die Berufsgruppe sein sollen, die kein Recht auf eine 48-Stunden-Woche haben.“ Weiters befürchtet Huber, dass man mit den geplanten Primärversorgungseinheiten das Mitspracherecht der Ärzteschaft beschneiden will. „Hinzu kommt die Konkurrenzsituation - die Bereitschaft junger Kollegen, eine Praxis zu eröffnen, wenn man ihnen ein Versorgungszentrum vor die Nase setzt, wird wohl enden wollend sein.“

Der dritte Kritikpunkt betrifft laut Huber einen drohenden Entfall des Rückersatzes von Wahlarztkosten: „Hier wurden zwar Formulierungen fallengelassen. Aber es ist nicht auszuschließen, dass man das trotzdem vorantreibt.“




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