Letztes Update am Di, 29.11.2016 16:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erfolgreiche Saturn-Mission „Cassini“ tritt in ihre letzte Phase ein



Köln (APA/AFP) - Mehr als zwölf Jahre nach ihrer Ankunft am Ringplaneten Saturn wird am Mittwoch das Ende der erfolgreichen NASA-Raumsonde „Cassini“ eingeläutet. Am 15. September 2017 soll die Sonde kontrolliert in den Saturn stürzen und beginnt bereits jetzt mit ihrer Annäherung an den Planeten, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) am Dienstag in Göttingen mitteilte.

In den neuneinhalb Monaten, die der Raumsonde verbleiben, soll „Cassini“ demnach in zwei Schritten in das weiter innen liegende Ringsystem des Gasriesen Saturn vordringen. Im September nächsten Jahres wird der Treibstoff verbraucht sein - „Cassini“ geht dann auf Kollisionskurs mit dem Planeten und soll bis zum letzten Moment Daten sammeln und zur Erde senden.

Dabei hoffen auch die MPS-Forscher, die an dem „Cassini“-Teilchendetektor MIMI beteiligt sind, auf Einblicke in einen bisher nicht aus der Nähe erforschten Teil des Saturnsystems, das mit seinen sieben Ringen und 62 Monden eine einzigartige Welt darstellt.

Seit ihrer Ankunft im Saturnsystem 2004 umkreist „Cassini“ den Gasriesen in einer Entfernung von deutlich mehr als 150.000 Kilometern - und somit weit außerhalb des sogenannten F-Rings, des von innen betrachtet fünften der sieben Ringe des Saturn. In den letzten Monaten der Mission soll nun auch die Region weiter innen direkten Messungen zugänglich werden.

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Bis zum Schluss dürfte „Cassini“ somit spektakuläre Bilder und neue Erkenntnisse über den nach Jupiter zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems liefern. Die letzten Daten wird die Sonde von ihrem Sturzflug auf den Saturn senden, ehe sie in der Atmosphäre des Ringplaneten verglühen wird.

„Cassini“ zählt laut MPS zu den Methusalems unter den Raumsonden. Bereits 1997 startete sie ihre Entdeckungstour und erreichte nach knapp siebenjährigem Flug den Saturn. Am 14. Jänner 2005 landete die mitgeführte Landeeinheit „Huygens“ auf dem Saturnmond Titan.

Die Bordkamera von „Huygens“, die unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut worden war, lieferte damals die bisher einzigen Bilder von der Oberfläche des größten Saturnmondes - sie zeigen eine gefrorene, karge Welt. Zu den spektakulärsten Entdeckungen von „Cassini“ gehörte zudem der Nachweis eines flüssigen Ozeans unter der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus.




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