Letztes Update am Do, 01.12.2016 18:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt mit Abschlägen



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag deutlich im Minus beendet, nachdem der SMI an den zwei vorangegangenen Tagen noch jeweils ein kleines Plus verzeichnet hatte. Viel Zeit für ein Jahresendrally bleibe damit nicht mehr, jetzt wo der letzte Monat des Jahres angebrochen ist, hieß es am Markt.

Im November legte der Schweizer Leitindex 0,6 Prozent zu - trotz der Turbulenzen rund um die US-Präsidentschaftswahl und Donald Trumps Überraschungssieg. Im Jahresverlauf steht der SMI allerdings über 10 Prozent im Minus.

In einem Umfeld der Unsicherheit würden sämtliche positive Faktoren wie ein steigender Ölpreis - Brent notiert auf neuem Jahreshoch bei über 54 US-Dollar - und gute Wirtschaftsdaten aus China einfach ignoriert, so ein Marktbeobachter. Vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag und dem Verfassungsreferendum in Italien am Sonntag hielten sich die Investoren eher zurück. Die Abstimmung sei jedoch nur eine von vielen lauernden Unsicherheitsfaktoren in Europa. Die Aktienmärkte in den USA starteten am Donnerstag indes unterschiedlich in den Handel. US-Konjunkturdaten schlugen am Donnerstag insgesamt keine hohen Wellen.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor am Schluss 1,00 Prozent auf 7796,81 Punkte und schloss damit nur wenig über dem Tagestief. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fiel um 0,64 Prozent auf 1246,25 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,92 Prozent auf 8544,48 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen 22 im Minus, sechs im Plus sowie ABB und Julius Bär unverändert.

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Defensive Sektoren, die üblicherweise weniger stark von konjunkturellen Schwankungen abhängig sind, standen europaweit auf den Verkaufslisten. Zu den Abschlägen im SMI trugen denn auch maßgeblich die Schwergewichte Nestlé (-1,6 Prozent) sowie Roche und Novartis (je -2,0 Prozent) bei.

Richemont (-2,0 Prozent) gaben ebenso deutlich ab, und auch Swatch (-0,6 Prozent) fand sich unter den Verlierern. Der Oktober sei bekanntlich bei den Schweizer Uhrenexporten der bis dato schwächste Monat des laufenden Jahres gewesen, hieß es in einem Kommentar zur Branche vom Donnerstag. Das habe nach den eher guten Vormonaten bereits wieder Zweifel an einem Aufwärtstrend geschürt.

Deutlich tiefer tendierten zudem Lonza (-2,4 Prozent), Givaudan (-1,9 Prozent) sowie unter anderem Versicherungstitel wie Zurich, Swiss Re (je -1,6 Prozent) und Swiss Life (-1,0 Prozent).

Auch Zykliker wie LafargeHolcim (-1,5 Prozent) und Kühne+Nagel (-1,3 Prozent) gaben stark ab, während andererseits ABB (+0,7) klar zulegen konnten.

Die stärksten Gewinne verbuchten allerdings Credit Suisse (+3,0 Prozent auf 13,92 CHF). Citigroup bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktien der Grossbank und erhöhte das Kursziel auf 18,20 CHF. Insgesamt verfüge die Bank über ein großes Potenzial, indem die Vermögensverwaltung ausgebaut und das Investmentbanking restrukturiert werde, heißt es im Vorfeld des am kommenden Mittwoch anstehenden Investorentags, an dem weitere Kostenmaßnahmen angekündigt werden sollen. Zudem sei die Bewertung der Aktie attraktiv. Sie steht allein im Jahresverlauf 2016 trotz der aktuellen Gewinne 30 Prozent im Minus.

Auch UBS (+0,2) drehten am späten Nachmittag leicht ins Plus, nachdem die Großbank den Standort für die angekündigte Europa-Bank - die zusammengelegten europäischen Aktivitäten im Bereich der Vermögensverwaltung - nun offiziell auf Frankfurt bestimmt hat. Die UBS will hier sowohl die verwalteten Vermögen als auch die Gewinne in den kommenden Jahren im zweistelligen Bereich steigern.

Syngenta (+1,3 Prozent) stachen nach Nachrichten von ChemChina positiv hervor, wonach die Chinesen zur Finanzierung der Übernahme einen Fonds auflegen wollen.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA544 2016-12-01/18:33




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