Letztes Update am Sa, 03.12.2016 05:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump riskiert mit Taiwan-Kontakt Konflikt mit China



Washington/Taipeh/Peking (APA/Reuters) - Der künftige US-Präsident Donald Trump hat mit der taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen telefoniert und riskiert damit einen Konflikt mit China. Die beiden Politiker stimmten überein, dass es zwischen den USA und Taiwan enge Beziehungen im Bereich der Wirtschaft, Politik und Sicherheit gebe, erklärte Trumps Team am Freitag.

Das Präsidialamt in Taipeh teilte mit, in dem Gespräch sei es um eine engere Zusammenarbeit gegangen. Es war der erste derartige Kontakt eines amtierenden oder gewählten US-Präsidenten seit 1979. Damals nahm die US-Regierung die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China auf und kappte dafür die offiziellen Verbindungen zu Taiwan.

Die Staatsführung in Peking betrachtet Taiwan bis heute als abtrünnige Provinz. Die USA sind für die Regierung der engste politische Verbündete und ein wichtiger Waffenlieferant.

Trump zufolge ging die Initiative für den Anruf von Präsidentin Tsai aus. Sie habe ihm zum Wahlsieg gratulieren wollen, erklärte er auf Twitter. Der chinesische Außenminister Wang Yi sprach von einer „bedeutungslosen Aktion“ Taiwans, wie der Hongkonger Sender Phoenix Television berichtete. Das Telefongespräch werde an der sogenannten Ein-China-Politik der USA nichts ändern.

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Ein früherer Diplomat und Mitorganisator des Telefongespräches erklärte, chinesische Vertreter seien wegen des Schrittes nicht beunruhigt, weil Trump noch nicht im Amt sei. Der Immobilienunternehmer zieht am 20. Jänner ins Weiße Haus ein.

Trumps Berater haben angedeutet, dass er eine härte Linie gegenüber China als sein Vorgänger Barack Obama vertreten will. So wolle er als Reaktion auf das Erstarken der Volksrepublik die US-Streitkräfte ausbauen. Einzelheiten sind nicht bekannt.




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