Letztes Update am Sa, 03.12.2016 15:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: ÖSV-Abfahrer nach Frankreich-Debakel selbstkritisch



Val d‘Isere (APA) - Reaktionen zum fünftschlechtesten Abfahrtsergebnis der ÖSV-Herren im alpinen Ski-Weltcup am Samstag in Val d‘Isere:

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum: „Das tut wirklich weh. Den Athleten, den Trainern und uns natürlich auch für die Ski-Fans zu Hause. Das ist unserem Skisport nicht würdig. Dass nach 19 Fahrern die letzten vier Österreicher sind, habe ich noch nie gesehen. Gröden ist auch nicht gerade unsere Lieblingsstrecke, aber so ein Ergebnis kann man nicht zwei mal fahren. Wir haben dort auch schon gewonnen. Außerdem hatten wir zuletzt einige Verletzte, viele haben die Sicherheit noch nicht. Dabei waren die Trainingsleistungen sehr gut, deshalb tut so ein Ergebnis sehr weh.“

Pum weiter: „Es gibt momentan keine Trainerdiskussion. Die Athleten sollen es auf die Piste bringen, es gibt ja eine gewisse Selbstverantwortung. Die Jungen, die hinten nach gefahren sind, hatten wegen der Piste und der Sicht keine Chance mehr. Aber bei einigen war es heute sicher zu wenig. Dass wir das fünftschlechteste Resultat haben, ist uns nicht egal. Genauso nicht wenn berichtet wird, dass wir schlecht waren. Unsere Leute wollen Leistung bringen und die Fans begeistern. Jetzt braucht es trotzdem Geduld.“

Matthias Mayer (Olympiasieger, Platz 17 und bester Österreicher): „Ich habe eigentlich ein gutes Gefühl gehabt. Doch dann sind wir alle durchgereicht worden. Schade, dass wir alle hinten nach fahren, denn wir haben super trainiert und in der Vorbereitung alles gegeben. Schade, dass gleich das erste Wochenende so daneben geht. Jetzt müssen wir darüber reden und diskutieren, was zu ändern ist. Wir sind ja in gewissen Teilen geschlossen hinterher. Aber wir haben die Motivation, dagegen anzukämpfen. Die Trainer zu hinterfragen ist nicht meine Aufgabe. Jetzt sind andere gefragt. Ich kenne meine Kollegen. Ich bin mit ihnen auch schon am Stockerl gestanden, wir haben wichtige Rennen gewonnen. Ich hoffe, wir kriegen das wieder zurück. Am besten gleich in Gröden.“

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Max Franz (Platz 21): „Ich habe viel mehr erwartet. Ich hatte ja ein gutes Training hier und auch der Super-G war gut. Zudem war ich top motiviert. Vielleicht habe ich etwas zu viel gewollt, insgesamt ist es aber sicher ein bissl komisch. Keiner kann abrufen, was wir drauf haben. Aber vielleicht sollte man nicht zu viel überdenken. Es geht nur ums Skifahren. Es braucht den Erfolg, damit es anläuft. Jeder hat seine kleinen Problemchen. Es gibt keinen großen Grund, es sind nur Kleinigkeiten. Die Norweger haben die Leichtigkeit, vielleicht sollten wir da wieder hin.“

Hannes Reichelt (Platz 24): „Von mir durfte man zehn Wochen nach einer neuerlichen Rückenoperation keine Wunderdinge erwarten. Aber mannschaftlich war das eine Volltetschn. Für Gröden ist es wohl zu kurz für grobe Änderungen. Wir müssen herausfinden, woran es liegt. Am Kampfgeist sicher nicht. Es wird an Schrauben gedreht werden müssen. Wir wissen zwar nicht, an welcher zuerst, aber auf jeden Fall muss viel gedreht werden. Ich schalte jetzt einfach kein Radio, Fernsehen und Internet ein. Die Trainerfrage habe ich mir noch nicht gestellt. In der jetzigen Situation ist es wichtig, zusammenzuarbeiten. Alle müssen hundert Prozent herausrausholen. Es geht nur gemeinsam, um aus dem Sumpf raus zu kommen. Auch wir waren mal die beste Mannschaft der Welt. Nach einem Hoch kommt ein Tief und umgekehrt.“

Klaus Kröll (150. Weltcuprennen, Platz 29): „Es ist nicht nur eine Stellschraube, sondern mehrere. Wir sind ja relativ weit weg vom Schuss und zwar nicht nur einer. Wir sind alle ein bissl ratlos, aber man hat auch beim Fahren gesehen, dass beim Schwungansatz wenig passiert. So etwas kann man aber relativ schnell in den Griff kriegen und dann schaut es in Gröden schon wieder anders aus. Aber wir haben auch null Grundspeed. Da muss man bei der Abstimmung schauen und eventuell beim Materialsektor was ändern. Dass man uns jetzt kritisiert, ist normal und auch nicht zu Unrecht. Wir wollen nicht hinterhergurken, das entspricht nicht unserem Stellenwert. Die Trainer zu diskutieren bringt derzeit überhaupt nichts. Wir werden später sicher stärker dastehen. Jetzt soll sich zunächst jeder mit seinen Problemen beschäftigen.“




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