Letztes Update am Fr, 13.01.2017 14:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Experte: Mit multinationaler Türkei wäre Kurden-Konflikt gelöst



Ankara/Wien (APA) - Der Experte Hamit Bozarslan glaubt an keine weitreichenden Folgen für die Kurden-Frage durch die bevorstehende Verfassungsänderung in der Türkei. „Es ist sehr schwierig vorauszusagen, was in der türkischen Politik passiert“, so Bozarslan am Freitag in Wien im Gespräch mit der APA.

Gleichzeitig befürchtet der Historiker mit den Forschungsschwerpunkten Naher Osten, Türkei und Kurden-Frage aber, dass der „Konflikt rauer und gewalttätiger“ wird.

„Theoretisch gibt es eine Antwort, theoretisch gibt es eine Lösung“, sagt Bozarslan zum Kurden-Konflikt in der Türkei. Der Historiker, Politologe und Studiendirektor an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) in Paris meint damit einen „multikulturellen und multinationalen Staat Türkei“. Von der Europäischen Union ist Bozarslan hinsichtlich der Konfliktlösung enttäuscht: „Ich habe Angst, dass die Europäische Union als politischer Akteur in Hinblick auf die Kurdenfrage nicht existiert“, formulierte er.

Änderungen in den Beziehungen zwischen den USA und der Türkei nach dem Amtsantritt von Donald Trump vorauszusehen, ist für Bozarslan schwierig. Ihm zufolge kann „kein Beobachter oder Experte sagen, wie die neue (US-)Regierung arbeiten“ wird. „Trump sagt einerseits, dass er Erdogan liebt und fügt andererseits hinzu, dass er auch die Kurden liebt.“

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