Letztes Update am Fr, 03.02.2017 10:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Gipfel - Ärzte ohne Grenzen: „Libyen kein sicherer Ort“



Tripolis/Brüssel (APA) - „Die EU stellt die Realität in Libyen falsch dar: Das Land ist kein sicherer Ort für Schutzsuchende. Menschen in Libyen festzuhalten oder sie dorthin zurückzuschicken führt die Grundwerte der EU - Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit - ad absurdum“, so Arjan Hehenkamp, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Freitag in einer Presseaussendung.

MSF kritisiert die Pläne der EU, die Fluchtroute nach Italien in Kooperation mit den libyschen Behörden zu blockieren. Die Bedingungen für Geflüchtete in Libyen sind unmenschlich. Teams von MSF leisten seit Juli 2016 medizinische Hilfe für Flüchtlinge und Migranten in Internierungslagern in Tripolis und Umgebung. Laut MSF werden die Menschen willkürlich unter unhygienischen Bedingungen eingesperrt.

„Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen der Realität ins Auge sehen: Libyen ist kein sicherer Ort“, sagt Hehenkamp, der von Besuchen in Internierungslagern in Tripolis zurückgekehrt ist. MSF behandelt in den Lagern rund 500 Menschen pro Woche.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der UN weist auf die Gewalt und den Missbrauch hin, welche viele in Gefangenschaft erleiden. Die Menschen erleben Gewalt und Ausbeutung durch Sicherheitskräfte, Milizen, Schmugglernetzwerke, kriminelle Gruppen und Einzelpersonen.




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