Letztes Update am Do, 09.02.2017 14:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kongress über Gesellschafts- und Wirtschafts-Utopien in Wien



Wien (APA) - Mit zeitgemäßen Utopien von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft beschäftigt sich der Kongress „Gutes Leben für alle“, der am Donnerstag in Wien begonnen hat. Der Titel steht für eine Welt, in der ein freies Zusammenleben friedlich und solidarisch organisiert wird, so die Veranstalter.

So stellen die brasilianischen Aktivisten Elisabeth Grimberg und Gilberto Ohta de Oliveira Initiativen der Solidarökonomie in ihrem Heimland vor. „Die kollektive Selbstverwaltung gilt als eines der wichtigsten Prinzipien der solidarischen Ökonomie“, betonte Grimberg am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Im Hinblick auf soziale und solidarische Ökonomie gilt Brasilien als Vorreiterland. In den 1980er-Jahren waren Firmen durch die eigne Belegschaft vor dem Konkurs gerettet und durch die Selbstverwaltung der Beschäftigten weitergeführt worden.

Elisabeth Grimberg, Wissenschafterin am Instituto Polis in Sao Paula schilderte die Situation von Müllsammlern in Brasilien. Durch die Arbeit mit dieser Gruppe sollen „die Menschen aktiv eingebunden werden“ in Prozesse von Ökologie und Nachhaltigkeit, und es soll „sich eine solidarische Gemeinschaft ergeben“, so Grimberg.

Betriebswirt Gilberto Ohta de Oliveira betreibt eine kleine Landwirtschaft im Süden des brasilianischen Teilstaates Sao Paulo. Er ist Gründungsmitglied von Cooperagua, einer Kooperative, die sich für eine nachhaltige und solidarische Bewirtschaftung des Regenwalds einsetzt. Laut de Oliveira sind 30 Prozent der Landwirtschaft im Teilstaat Sao Paula ökologisch. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass „die Transformation nicht von heute auf morgen geht“.




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