Letztes Update am Mi, 22.03.2017 12:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖH-Wahl: AG will „Studium zur besten Zeit des Lebens“ machen



Wien (APA) - Die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) setzt bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 16. bis 18. Mai auf den Kampf für ein österreichweites Studententicket und sieht sich als eine Art Gegenprogramm zur derzeitigen linken ÖH-Exekutive. Spitzenkandidatin ist die 22-jährige Kärntner Jus- und Chemiestudentin Silvia Grohmann.

„Das Studium sollte die beste Zeit des Lebens sein. Wir setzen uns dafür ein, dass es das wieder wird“, hieß es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Grohmann will die ÖH wieder „zu einer Studierendenvertretung machen, die auch ernst genommen wird“. „Die Kompetenzen der ÖH enden dort, wo sich die Interessen der Studierenden nicht mehr von den Interessen der allgemeinen Bevölkerung unterscheiden“, so die Spitzenkandidatin. „Derzeit ist es der ÖH wichtiger, gesellschaftspolitische Statements zu setzen, statt sich für die Interessen der Studierenden einzusetzen.“

Vorantreiben will die AG den Einsatz für ein österreichweites Studententicket für alle Verkehrsmittel. Dieses würde ein enorme finanzielle Entlastung darstellen. Derzeit müssten laut Studierenden-Sozialerhebung Studenten im Schnitt Mobilitätskosten von 80 Euro pro Monat finanzieren - jene, die nicht am Studienort wohnen, entsprechend mehr.

Nach wie vor spricht sich die AG strikt gegen Studiengebühren, aber unter dem Titel „geregeltes Zugangsmanagement“ für Zugangsbeschränkungen aus. „Es kann nicht sein, dass man in der Vorlesung am Boden sitzt oder keinen Platz in Übungen bekommt“, so AG-Obmann Andreas Jilly, der auf Listenplatz drei in den Wahlkampf zieht. Man setze sich zwar auch dafür ein, dass die Regierung die Ausgaben für den Hochschulsektor auf zwei Prozent des BIP steigert. „Aber wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind, müssen wir für ein geregeltes Zugangsmanagement eintreten.“

Außerdem will sich die AG für eine Ausweitung des Angebots an Lernplätzen einsetzen sowie für die Schaffung von Sommer- und Winterunis - „damit die Studierenden auch in den Ferien das Studium vorantreiben können“, meinte Katharina Gruber, die auf Listenplatz zwei kandidiert.

Bei den letzten ÖH-Wahlen kam die AG als stärkste Fraktion auf knapp 27 Prozent der Stimmen bzw. 16 Mandate in der 55-köpfgen ÖH-Bundesvertretung. Dieses Mal soll sich der Sprung in die Exekutive ausgehen. Dazu benötigt es allerdings insgesamt mindestens 28 Mandate. „Man spürt an den Hochschulen, dass die Studierenden die Nase voll von der derzeitigen ÖH-Führung haben“, meinte Grohmann.

Nach den Wahlen werde man mit allen Fraktionen Gespräche führen. „Logischerweise wird es aber mit dem Ring Freiheitlicher Studenten und den kommunistischen Listen wenig Überschneidungen geben“, meinte Grohmann. Beim mehr oder weniger „natürlichen“ Koalitionspartner, den JUNOS Studierenden, hält sie wenig vom Konzept der nachgelagerten Studiengebühren, die erst nach dem Abschluss bei Überschreitung eines bestimmten Einkommens anfallen. Der Verwaltungsaufwand dafür sei zu hoch.




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