Letztes Update am Do, 13.04.2017 13:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Immigon 2016 mit Verlust - Auflösung beginnt frühestens 2018



Wien (APA) - Die teilstaatliche ÖVAG-Bad-Bank Immigon hat das Jahr 2016 als Konzern in den roten Zahlen abgeschlossen. Bis Ende 2017 hat die mit der ÖVAG-Zerschlagung Mitte 2015 gegründete Abbaugesellschaft zwar weiterhin vor, die „wesentlichen“ wirtschaftlichen Risiken abzubauen. Bis zur Auflösung wird es dann aber noch dauern.

Es werden Szenarien erstellt, wie es laufen sollte mit der Liquidation. Wie es im am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlichten Jahresbericht 2016 heißt, wurde ein entsprechendes Projekt zur Erstellung eines Stufenplans für die Liquidation aufgesetzt. Demnach geht es offenbar nicht ganz so schnell wie viele anfangs glaubten.

„Der Beginn der formalen und rechtlichen Liquidation erfordert eine weitere Reduktion der Komplexität der Immigon und wird voraussichtlich nicht unmittelbar mit Ende 2017 erfolgen können“, heißt es in dem Ausblick. Die aktuelle Arbeitshypothese gehe von einem Termin aus, der „mindestens ein Jahr später“ sein werde.

Liquidiert und gelöscht werde die Gesellschaft „mit großer Wahrscheinlichkeit erst sehr viel später.“

Auch wenn der bisherige Abbau plankonform gelungen sei, zeige die nationale und internationale Erfahrung, dass Abbauprozesse mitunter mit höheren Aufwendungen verbunden seien als dies ex-ante erkennbar gewesen sei, schreibt die Bad Bank im Konzernbericht.

In die teilstaatliche Bad Bank wurden alle abzustoßenden Beteiligungen, Kredite und Altlasten der einstigen ÖVAG geparkt. 2016 wurden wieder einige Beteiligungen verwertet. Jetzt im März flossen mehr als 200 Millionen Euro durch den Verkauf eines Aktienpakets an der Raiffeisen Bank International (RBI) herein. Den Schuldenabbau hat die Immigon auch in den vergangenen Monaten mit Anleiherückkäufen forciert.

Im Geschäftsjahr 2016 sei es gelungen, die Bilanzsumme von 3,8 Milliarden auf 2,35 Mrd. zu reduzieren.

Im Jahr davor hatte die Immigon satte Sondererträge durch Schuldenrückkäufe lukriert. Solche Effekte fielen in der Bilanz 2016 deutlich geringer aus.

2016 schloss die Immigon Portfolioabbau im Konzern mit einem Nettoverlust von 54,3 Mio. Euro, nachdem es im Jahr davor einen Nettogewinn von 196 Mio. Euro gegeben hatte. Im Zinsgeschäft gab es nach Verkäufen zinstragender Aktiva stark rückläufige Zahlen, außerdem bringt die Veranlagung von Liquidität wegen der Negativzinsen Verlust.

Ende 2016 hatte die Immigon als Hinterlassenschaft der alten Volksbanken AG 193 (Vorjahr: 377) Beschäftigte.

~ WEB http://www.immigon.com/ ~ APA270 2017-04-13/13:48




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