Letztes Update am Di, 25.04.2017 14:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oö. AK-Präsident Kalliauer fordert länger Geld für Arbeitslose



Wien (APA) - Der oberösterreichische Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer fordert eine längere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes. Mit länger andauernder Arbeitslosigkeit steige sowohl die Zahl der Notstandshilfebezieher als auch das Armutsrisiko. „Zudem muss die Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe endlich abgeschafft werden“, so Kalliauer in einer Pressemitteilung am Dienstag.

Durch die Verlängerung des Arbeitslosengeldbezuges zumindest auf den EU-Schnitt von zwölf Monaten soll das System armutsfester gemacht werden. Im März seien in Österreich 123.891 Menschen seit mindestens einem Jahr beschäftigungslos gewesen - das entspreche einem Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell liegen die kürzesten Arbeitslosengeld-Bezugsdauern in Österreich bei 20 bzw. 30 Wochen und steigen im Alter von 50 Jahren nach Vorliegen von längeren Versicherungszeiten auf 52 Wochen an.

„Die Angst, dass durch die längere Bezugszeit Anreize fehlen, sich wieder einen Job zu suchen, ist völlig unbegründet“, betonte der AK-Präsident. Ein längerer Anspruch auf die Unterstützung würde vielmehr einen gänzlichen Rückzug vom Arbeitsmarkt verhindern, verdeutlichte das Wifo.

Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto mehr Menschen sind auch auf Notstandshilfe angewiesen. Bundesweit stieg von 2008 bis 2016 die Zahl der Notstandshilfebezieher von 78.400 auf 167.000 Menschen. Notstandshilfe erhalten arbeitslose Menschen bei einer Notlage im Haushalt, wenn ihr Arbeitslosengeldbezug ausgelaufen ist. Das Partnereinkommen wird unter Berücksichtigung von gewissen Freibeträgen angerechnet. Das reduziert die Leistungshöhe oder führt unter Umständen zum gänzlichen Entfall. Davon waren im Jahr 2016 rund 18.600 Menschen betroffen. Diese „Ungerechtigkeit“ will Kalliauer abschaffen.

Die durchschnittliche monatliche Notstandshilfe betrug im Jahr 2016 bei Frauen 678,9 Euro und bei Männern 787,4 Euro. Diese Beträge sind deutlich niedriger als die Armutsschwelle, die bei 1.163 Euro netto (12 Mal pro Jahr bei einem Einpersonenhaushalt) liegt.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA343 2017-04-25/13:59




Kommentieren