Letztes Update am Mi, 26.04.2017 13:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Primärversorgung - Rendi-Wagner rührte in OÖ Werbetrommel für Zentren



Enns/Wien (APA) - Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hat am Mittwoch das neue Primärversorgungszentrum (PVE) in Enns in Oberösterreich besucht und dabei die Werbetrommel für diese Einrichtungen gerührt. „In Enns wird bereits jetzt gelebt, was ich mir in Zukunft für ganz Österreich wünsche“, lobte sie das Pilotprojekt.

In den kommenden Jahren würden viele Hausärzte in Pension gehen, während die Lebenswartung steige und chronische Erkrankungen immer mehr zunehmen, so Rendi-Wagner. Daher sei es wichtig, die Primärversorgung auf neue Beine zu stellen. Die PVE würden ein „ein umfassendes Gesundheitsangebot unter einem Dach mit langen Öffnungszeiten“ ermöglichen. „Die Patienten freuen sich über kurze Wartezeiten und die Ärzte haben hier optimale Arbeitsbedingungen“, lobte die Ministerin.

Die Mediziner und auch Patienten gilt es allerdings noch zu überzeugen: Die Ärzteschaft begegnet dem Vorhaben mit Skepsis, man befürchtet etwa eine Verdrängung der Hausärzte oder schlechtere Verträge. Zuletzt zeichnete sich aber eine mögliche Einigung ab. Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger hatte vergangene Woche gesagt, er erwarte, dass man einen Kompromiss finden könne. Patienten stören sich in Enns derzeit noch an der Terminpflicht, die einen Arztbesuch im Akutfall oft schwierig gestaltet.

Das entsprechende Gesetz zu den PVE ist derzeit in Begutachtung. Rendi-Wagner hofft, dass es vor dem Sommer beschlossen wird. Bis 2021 sollen dann zumindest 75 derartiger Einrichtugen in ganz Österreich entstehen, in denen Allgemeinmediziner mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten. Auch Kinderfachärzte können Teil des Teams sein. Derzeit gibt es zwei Pilotprojekte - neben jenem in Enns noch ein weiteres in Wien-Mariahilf.




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