Letztes Update am Mo, 01.05.2017 14:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IG-Milch hilft 19 Milchbauern bis zur Übernahme durch Berglandmilch



Linz (APA) - Die IG-Milch hilft den 19 Milchbauern, die mit der Schließung der Milchhandelsgesellschaft Alpenmilch Logistik (vormals Freie Milch Austria) seit April ohne Liefervertrag waren, bis zur Übernahme durch die Berglandmilch und organisiert deren Milchsammlung bis zum kommenden Wochenende. „Damit keine Milch entsorgt werden muss“, wurde er Beschluss des Vorstandes am Montag in einer Aussendung begründet.

Erst am Samstag wurde bekannt, dass die Berglandmilch die ehemaligen „Milchrebellen“ übernimmt. Dies soll in etwa einer Woche vollzogen sein. Die Molkerei zahlt den 19 Neukunden aber um einige Cent pro Liter weniger.

Die IG-Milch und die Grünen begrüßen die Vertragsübernahme am Montag. Sie weisen jedoch in Aussendungen auf einen fairen Wettbewerb hin. „Wir hoffen, dass die angekündigte Benachteiligung dieser Betriebe nicht zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt“, so IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil. Man hoffe nun, dass wieder Ruhe einkehrt und dann „dringend notwendige Reformen in der Milchbranche“ angegangen werden. Die IG-Milch fordert die Einführung einer Mengensteuerung.

Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber sagte: „Es bleibt jedoch noch abzuwarten, ob die angebotenen Lieferverträge auch wettbewerbsrechtlich als fair und verhältnismäßig einzustufen sind.“ Die Übernahme der Milchbauern durch die Berglandmilch ist „ein richtiger Schritt um das wirtschaftliche Überleben dieser Betriebe zu ermöglichen, aber auch um einen größeren Imageschaden für die Berglandmilch, als größte österreichische Genossenschaftsmolkerei, abzuwenden“.

Die Grünen fordern eine Novelle des Marktordnungsgesetzes und die „Einrichtung eines überparteilichen Branchenverbandes für den Milch- und Molkereisektor unter Einbindung aller Stakeholder“.

Die Alpenmilch Logistik mit Sitz in Steyr hatte im September 2016 informiert, dass der Betrieb mit Ende März 2017 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wird. Die von „Milchrebellen“ rund um die IG-Milch im Jahr 2008 ins Leben gerufene alternative Milchhandelsgesellschaft „Freie Milch Austria“ (später Alpenmilch Logistik GmbH) machte der niedrige Milchpreis und die Molkerei-Konzentration in Österreich zu schaffen.

Von den 19 Bauern sind 13 aus Niederösterreich (Großteil Waldviertel) und sechs aus Oberösterreich. Sie liegen teils weit verstreut: zwei sind aus Gutau, je einer aus Bad Leonfelden, Bad Kreuzen, Pabneukirchen und Aschach an der Steyr.




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