Letztes Update am Di, 30.05.2017 12:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Initiative macht sich für Hagia Sophia als Kirche stark



New York/Istanbul (APA) - Zum Jahrestag der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen am 29. Mai 1453 hat eine Emigranten-Organisation gefordert, in der damals zur Moschee gemachten und 1934 als Museum säkularisierten Hagia Sophia wieder christliches Gebet und Gottesdienste zu erlauben, meldet Kathpress am Dienstag. Aktuell darf man sicht im „Hagia-Sophia-Museum“ nicht einmal bekreuzigen, geschweige denn Messen abhalten.

Grund ist die strikte Trennung zwischen Kirche und Staat in der Türkei. Allerdings weisen Beobachter darauf hin, dass für islamische Gebetsrufe und Koranrezitationen unter der Regierung von Recep Tayyip Erdogan immer öfter Ausnahmen gemacht werden. Das ist auch im diesjährigen Fastenmonat Ramadan zu erwarten.

Mitarbeiter Erdogans und Basisorganisationen seiner Regierungspartei AKP fordern immer öfter und lauter die völlige Rückwandlung des Museums zur Moschee. Immer wieder finden vor der Hagia Sophia Demonstrationen für ihre „Entsäkularisierung“ statt. Eine solche verlangt nun auch - allerdings mit dem Ziel der Wiederherstellung als christliches Gotteshaus - eine in New York von griechisch-orthodoxen Emigranten aus der Türkei gegründete „Weltgemeinde Hagia Sophia“. Ihr Präsident, der Politiker Chris Spyrou von der Demokratischen Partei, ist bereits an die türkische Regierung herangetreten, um Verhandlungen in dieser Frage aufzunehmen.

Als erster Schritt sollten unter Beibehaltung des musealen Charakters regelmäßige Eucharistiefeiern in der Hagia Sophia zugelassen werden. Dies war schon 2010 vorgesehen, als Istanbul Kulturhauptstadt Europas war, wurde dann aber von türkischer Seite vereitelt. Falls die türkische Führung sich nicht auf Verhandlungen einlässt, will sich die „Weltgemeinde Hagia Sophia“ an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg wenden.

Wie Spyrou argumentiert, betrachten alle Christen die Sophienkirche nach wie vor als ihr Heiligtum. So müsse auch ihre Stimme und nicht nur die von Muslimen gehört werden, wenn es um eine Wiederherstellung des religiösen Charakters des Hagia-Sophia-Museums geht.




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