Letztes Update am Fr, 02.06.2017 00:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimaabkommen - Bolivien fordert Klimatribunal



Santa Cruz (APA/dpa) - Boliviens Staatspräsident Evo Morales fordert wegen des Ausscheidens der USA aus dem Pariser Klimaabkommen einen internationalen Klimagerichtshof. „Nach dieser Tat des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist es wichtig zu klären, wie man so ein Tribunal einrichten kann“, sagte Morales der Deutschen Presse-Agentur in Santa Cruz. „Sich aus dem Abkommen von Paris zurückzuziehen, ist ein Verrat an der Mutter Erde.“

Es gehe darum, Staaten, die besonders viel klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen haben und sich nicht für eine Begrenzung einsetzen wollen, für die globalen Schäden zur Rechenschaft zur ziehen. Diese schon länger entwickelte Idee müsse nun Teil der weltweiten Debatte über die Folgen des Schritts von US-Präsident Donald Trump sein, forderte der bolivianische Präsident.

Bolivien hat in den vergangenen 30 Jahren fast die Hälfte seiner Andengletscher verloren. Metropolen wie La Paz leiden wegen anhaltender Trockenheit immer wieder unter akutem Wassermangel.

Die Industrieländer nähmen ihre Verantwortung für den Klimawandel nicht wahr, kritisierte der Sozialist. „Der Kapitalismus ist der größte Feind der Menschheit, der Kapitalismus ist der größte Feind künftiger Generationen“ sagte Morales. Der Paris-Pakt sieht klare Ziele für die Begrenzung der folgenschweren Erderwärmung vor. Die USA stellen sich damit gegen 194 andere Staaten, die sich dem Abkommen angeschlossen hatten.

Trump begründete den Rückzug der größten Volkswirtschaft damit, US-Interessen an die erste Stelle zu setzen.




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