Letztes Update am So, 04.06.2017 09:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bescheiden: Molnars „Olympia“ auf Schloss Sitzenberg



Sitzenberg-Reidling (APA) - Die Sommerspiele Schloss Sitzenberg haben am Pfingstsamstag den bereits traditionellen Auftakt zur niederösterreichischen Theatersaison geboten. Franz Molnars 1928 entstandene Komödie „Olympia“ in der Inszenierung und im Bühnenbild des Intendanten Martin Gesslbauer zeigte allerdings bescheidenen Unterhaltungswert.

„Es hat lang gedauert, bis ich gelacht habe, aber dann habe ich ganz entschieden gelacht“: Diesem Satz des Fürsten Plata-Ettin, verkörpert von Stephan Paryla-Raky, mochte man durchaus beipflichten. Er fällt im letzten Drittel des Abends, und es stellt sich schon die Frage, warum und wozu man dieses schwache und kaum gegenwartsrelevante Stück auf den Spielplan gesetzt hat.

Fürstin Eugenie - Edith Leyrer meistert die Partie mit dankenswerter Selbstironie - und ihre verwitwete Tochter Olympia - Tina Nitsche bringt ihre Verliebtheit wenig nachvollziehbar über die Rampe - sind, warum auch immer, vom Rittmeister Barna (Boris Popovic) fasziniert. Dieser stilisiert sich zum international gesuchten Hochstapler und hält damit nicht nur den ehrenwerten Gendarmerieoberst Krehl (Michael Schefts) zum Narren. Susanna Hirschler als intrigante Gräfin Lina und Gerhard Dorfer als ihr tollpatschiger Widerpart Albert liefern einander ein paar nette Wortgefechte.

Happy End gibt‘s keines in der terrassenartigen Kulisse im Innenhof des pittoresken, am Südrand des am Tullnerfeld gelegenen Renaissanceschlosses, das eine Höhere Bundeslehranstalt für Land- und Ernährungswirtschaft beherbergt. Das wäre nicht das Problem, wäre nicht die Inszenierung gar so zäh geraten.

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Für 2018 hat Gesslbauer jedenfalls ambitionierte Pläne: Anlässlich der 80. Wiederkehr seines Todestages wird Ödön von Horvaths Komödie „Figaro lässt sich scheiden“ angekündigt. In der Spielzeit 2017 stehen noch zwei Rahmenveranstaltungen auf dem Programm: Prokofjews „Peter und der Wolf“ mit dem Wienerklassik Quintett und Michael Schefts als Erzähler am Samstag, 10. Juni sowie eine Anton-Kuh-Matinee mit Stephan Paryla-Raky und Bela Koreny am Sonntag, 25. Juni, jeweils um 11 Uhr im Pfarrstadel Reidling.

(S E R V I C E - Sommerspiele Schloss Sitzenberg, Franz Molnar: „Olympia“. Regie: Martin Gesslbauer. Mit Stephan Paryla-Raky, Edith Leyrer, Tina Nitsche, Boris Popovic, Gerhard Dorfer, Michael Schefts, Susanna Hirschler und Gertrude Öllerer. Aufführungen bis 25. Juni 2017, Tickets und Information: Tel. 0664/9490803, www.sommerspiele-sitzenberg.at)




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