Letztes Update am So, 04.06.2017 09:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: 1.400 Verletzte bei Massenpanik in Turin



Turin (APA/dpa) - Bei einer Massenpanik in Turin beim Public Viewing während des Champions-League-Finals zwischen Juventus Turin und Real Madrid (1:4) sind etwa 1.400 Personen verletzt worden. Acht seien schwer verletzt worden, ein siebenjähriger Bub und eine Frau lebensgefährlich, berichteten italienische Nachrichtenagenturen am Sonntag unter Berufung auf die Einsatzkräfte.

Auf dem mit rund 30.000 Menschen gefüllten San-Carlo-Platz war es aus noch nicht geklärter Ursache zu einer Panik gekommen. Nach Angaben des Polizeipräsidenten sei wahrscheinlich ein Knallkörper explodiert und hatte die Menschen in die Flucht getrieben. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass man von etwas anderem als Panik als Grund für das Unglück ausgehen könne.

Medien berichteten von umgefallenen Absperrgittern und Menschen, die „Bombe“ gerufen hätten. Augenzeugen sprachen von vollkommener Planlosigkeit und versperrten Fluchtwegen. Die meisten Verletzten hätten Schnittwunden erlitten, erklärte ein Arzt vor Ort der Turiner Zeitung „La Stampa“. Der gesamte Platz war mit Glasscherben und Schuhen übersät. Auf Fotos sah man Menschen, die sich auf ein Kioskdach geflüchtet hatten.

„Ich bin erschüttert von dem, was gestern auf dem Platz San Carlo passiert ist und stehe den betroffenen Menschen nahe“, schrieb Turins Bürgermeisterin Chiara Appendino auf Twitter. Es wurden Vorwürfe an die Organisatoren der Veranstaltung laut - zum Beispiel, warum Knallkörper und Glasflaschen auf dem Platz zugelassen waren oder warum es keine besseren Kontrollen gab. Der Präsident von Juventus Turin, Andrea Agnelli, drückte den Verletzten seine Solidarität aus.




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